Ohren zu und durch!

Ohren zu und durch!

Unser Ohr verschafft uns Zugang zu einzigartigen Klangwelten. Doch nicht alles, was wir hören können, ist angenehm. Kreissäge, Kratzen auf der Tafel oder Kindergeschrei: Wir stellen das schlimmste unangenehme Geräusch vor und erklären, wieso wir sie als so unerträglich wahrnehmen. 

Autsch! Ab einer Lautstärke von 100 Dezibel ist das Hören unangenehm, ab 85 Dezibel spricht man offiziell von Lärm. Und ab 130 Dezibel schmerzen Geräusche sogar richtig im Ohr. Doch es kommt nicht immer auf die Lautstärke an: Es gibt sowohl laute als auch leise unangenehme Geräusche. Das sind die Top 5 der unangenehmen Geräusche:  

1- Kratzen von Fingernägeln auf einer Tafel und kratzendes Besteck auf dem Teller 

Die Lehrerin rutscht beim Schreiben mit der Kreide ab, ihre Fingernägel kratzen über die Tafel: Bei vielen Menschen entsteht allein beim Gedanken an dieses unangenehme Geräusch eine Gänsehaut. Ebenso reagieren wir, wenn jemand mit seinem Besteck auf dem Teller kratzt. Dann ist das gemütliche Essen abrupt vorbei. Obwohl beide Geräusche nicht sehr laut sind, sind sie sehr unangenehm im Ohr. 

2- Zahnarztbohrer 

Bei Zahnschmerzen heißt es: Ab zum Zahnarzt. Bereits im Wartezimmer hören Patienten das unangenehme Geräusch des Bohrers, das vom Ohr aus durch den ganzen Kopf hallt. 

3- Kindergeschrei

Dass Kinder manchmal laut sind, liegt in ihrer Natur. Nichtsdestotrotz stressen ein schrill weinendes Baby oder ein schreiendes Kleinkind unser Gehör. 

4- Mikrofon-Rückkopplungen

Eine pfeifende Mikrofon-Rückkopplung ist nicht nur unangenehm, sie kommt auch unerwartet und laut. Es entsteht, wenn ein Lautsprecher den Ton eines Mikrofons wiedergibt und zeitgleich das Mikrofon dieses Signal erneut aufnimmt, wenn es zu nahe am Lautsprecher steht. 

5- Summen von Stechmücken

Wir liegen nach einem anstrengenden Tag endlich im Bett, und dann das: eine Stechmücke! Ihr Summen entsteht durch den schnellen Flügelschlag, der die Luft in Schwingungen versetzt. Diese breiten sich in alle Richtungen aus und werden von unserem Gehör als Summen wahrgenommen. 

Das unangenehmste Geräusch der Welt  

Was das unangenehmste Geräusch der Welt ist, darüber sind sich Wissenschaftler nicht ganz einig. Forscher der Newcastle Universität kamen zu der Erkenntnis, dass der kreischende Ton eines Messers auf einer Flasche das unangenehmste Geräusch der Welt ist.  

Misophonie  

Sie sitzen im Zug oder im Park und Ihre Sitznachbarin packt ihr belegtes Brötchen aus. Sie beißt hinein, fängt an zu kauen und schmatzt dabei ein wenig. Sie bekommen Gänsehaut und können die Essgeräusche kaum ertragen. Ihr Ärger und Ekel über die unangenehmen Geräusche werden so groß, dass Sie sich beschweren oder wegsetzen müssen. Was steckt dahinter? 

Misophonie (miso= Hass, phono= Ton) beschreibt die Überempfindlichkeit auf bestimmte Geräusche. Betroffene ertragen diese nur sehr schwer oder gar nicht. Die Ursachen sind vermutlich psychisch. Ob Essgeräusche, das Quietschen einer Kreide an der Tafel oder das Hantieren mit Styropor: Die Reaktionen von Betroffenen reichen von Gänsehaut über Schmerzen bis zur zusammengezogener Nackenmuskulatur. Die Geräuschempfindlichkeit von Betroffenen bezieht sich dabei nicht auf die Lautstärke, sondern auf bestimmte Geräusche und Klänge. Ein HNO-Arzt kann diese Krankheit diagnostizieren und therapieren. 

Hohe Töne als Alarmsignal

Studien belegen, dass unangenehme Geräusche den Körper in einen Stresszustand versetzen. Einerseits liegt das an der Beschaffenheit unseres äußeren Gehörgangs. Unangenehme Frequenzanteile überträgt dieser besonders gut. Unser Ohr nimmt Schallwellen mit Frequenzen im Bereich zwischen 20 und 20.000 Hertz wahr. Viele unangenehme Geräusche haben Frequenzen zwischen 2.000 bis 5.000 Hertz. Auf diese hohen Töne reagiert das Gehör am empfindlichsten: Die besonders hohen, meist unangenehmen Geräusche warnen uns unüberhörbar vor Gefahren. Diesen Urinstinkt haben wir von unseren Vorfahren geerbt. 

Außerdem rufen unangenehme Geräusche Erinnerungen an schlechte Erfahrungen hervor – wie der summende Zahnarztbohrer. Jeder Ton, den wir wahrnehmen, aktiviert die Hirnregion, die für Emotionen zuständig ist. Sie bewertet, ob wir in Gefahr sind. Wenn ja, löst sie instinktive Abwehrreaktionen aus: Ohren zuhalten, zusammenzucken oder flüchten. 

Sind unangenehme Geräusche Lärm?

Wir hören hohe Töne leichter, gleichzeitig empfinden wir sie als unangenehm. Tiefe Töne hören wir schlechter, empfinden sie jedoch oft als angenehmer. Was jemand als Lärm wahrnimmt, ist jedoch bis zu einem gewissen Grad auch von Vorlieben, Lebenssituationen, Emotionen oder dem Gesundheitszustand abhängig.  

Doch unser Gehör hat eine Schmerzgrenze. Diese liegt bei etwa 130 Dezibel. Wird diese überschritten, kann es zu Hörschäden kommen. Anhaltender Lärm dieser Lautstärke – oder auch darunter – führt zu irreparablen Schäden am Gehör. Schützen Sie deshalb Ihr Gehör, um Hörschäden vorzubeugen. 

Sich vor unangenehmen Geräuschen zu schützen, ist nicht immer leicht. Mit maßgefertigten Ohrstöpseln oder Kopfhörern können Sie Ihr Gehör jedoch vor Lärm schützen. Der Hörakustiker Ihres Vertrauens berät Sie hierzu gerne. Mit einem Hörtest kann er feststellen, ob Ihr Gehör durch ein lautes Geräusch oder anhaltenden Lärm geschädigt ist. Liegt eine Hörminderung vor, stehen er Ihnen als Experte für gutes Hören zur Seite und hilft Ihrem Gehör mit modernen Hörgeräten auf die Sprünge. 

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