Kinder

Hirnstammimplantat bei Kindern

Leiden Kinder unter einer angeborenen Taubheit und ist kein Hörnerv vorhanden oder ist dieser defekt, dann bietet sich ein Hirnstammimplantat bei Kindern an.

Auf einen Blick

  • Wann ist ein Hirnstammimplantat bei Kindern sinnvoll?
  • Risiken einer ABI-Implantation
  • Wie gut hören Kinder nach der ABI-Implantation?

Sind Kinder aufgrund eines fehlgebildeten oder fehlenden Hörnervs schwerhörig oder taub, dann ist es möglich, mit einem auditorischen Hirnstammimplantat bei Kindern akustische Eindrücke zu erzeugen. Nach der Geburt eines Kindes wird stets ein Hörscreening durchgeführt, um das Gehör eines Neugeborenen zu testen. Werden dabei Auffälligkeiten festgestellt, wird das Kind beobachtet und die Diagnostik intensiviert. Besteht eine komplette Ertaubung, ist zu klären, ob das Innenohr und der Hörnerv angelegt oder stark verkümmert sind.

Cochlea-Implantat oder Hirnstammimplantat bei Kindern?

Ist das Innenohr mit der Hörschnecke (Cochlea) nicht zu stark verändert und  ein Hörnerv vorhanden, ist die Implantation eines Cochlea-Implantates bei Kindern die erste Wahl. Denn das Cochlea-Implantat (CI) benötigt den Hörnerv quasi als Kabelverbindung zum Hirnstamm, um zu funktionieren.

Es gibt jedoch auch Fälle, in denen sich nicht genau feststellen lässt, ob der Hörnerv noch intakt ist. Auch dann empfiehlt es sich, zunächst ein CI zu implantieren und die Entwicklung zu verfolgen. Stellt man anschließend Hörresultate bei Kindern fest, funktioniert die Übertragung. Hören die jungen Patienten trotz CI nicht, wäre der nächste Schritt ein Hirnstammimplantat bei Kindern einzusetzen. Man nennt diese Implantate auch Auditory Brainstem Implant (ABI). Ein solches ABI kann eingesetzt werden, wenn direkt diagnostiziert wird, dass keine Hörschnecke angelegt ist, oder das Innenohr so deformiert ist, dass es nicht möglich ist, ein Cochlea- Implantat einzusetzen, oder wenn im MRT (Magnetresonanztomograph) kein Hörnerv erkannt wird.

Welche Risiken können bei einer ABI-Implantation bei Kindern auftreten?

Die Implantation eines Hirnstammimplantats bei Kindern macht eine Operation im Kopf am Gehirn erforderlich. Eine solche OP wird als sehr sicher eingestuft. Dennoch ist es möglich, dass bei einer ABI-Implantation bei Kindern auch Hirnnerven, wie beispielsweise der Gesichtsnerv, beschädigt werden. Darüber hinaus können theoretisch auch Komplikationen am Kleinhirn und Hirnstamm auftreten.

Wann ist die Operation Hirnstammimplantat bei Kindern überhaupt möglich?

In Deutschland sind ABI-Implantationen bei Kindern zugelassen. Die Verfahren zur Implantation eines Hirnstammimplantats bei Kindern werden jedoch noch nicht bei ganz kleinen Säuglingen durchgeführt. Die Kinder sollten durchaus schon ein bis zwei Jahre alt sein.

Wie gut hören Kinder nach einer ABI-Implantation?

Nach der ABI-Implantation ist ein intensives Hörtraining notwendig, damit die Kinder lernen, die unterschiedlichen Geräusche zu interpretieren und Sprache richtig zu verstehen. Durch die Operation eines Hirnstammimplantats haben nahezu alle Kinder eine Ton- und Geräuschwahrnehmung. Das heißt, sie können Umgebungsgeräusche hören. Etwa die Hälfte der kleinen Patienten ist in der Lage, Worte und Sätze zu verstehen und eingeschränkt Sprache zu erlernen. Allerdings sollten Eltern nicht erwarten, dass ihre Kinder irgendwann ganz normal Hören und Sprechen können.

Kinder, die schlecht oder nichts hören, lernen nur schwer oder gar nicht sprechen. Deshalb gilt: Je früher Hörprobleme erkannt und behandelt werden, umso größer sind die Chancen für eine normale, gesunde Sprachentwicklung. Untersuchungen haben gezeigt, dass Hörstörungen – vor allem Schwerhörigkeit – im ersten Lebensjahr therapiert werden sollten, damit sich die Sprache altersgerecht entwickeln kann. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Beitrag: Das Neugeborenen-Hörscreening.

 

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