Hörgerätebatterien

Kleine Kraftpakete für die Ohren

Ohne Strom kein Ton. Was erst einmal banal klingt, betrifft die Grundfunktionen von Hörgeräten bzw. von Audioprozessoren der Hörimplantate. Batterien liefern ihnen elektrischen Strom und damit den Treibstoff für gutes Hören.

Batterien für Hörsysteme sind Mikrobatterien, üblicherweise Knopfzellen. Sie sind klein, rund und flach und erinnern daher an einen handelsüblichen Knopf. Sie finden auch Anwendung in Armbanduhren, Taschenrechnern oder Fotoapparaten. Diese Batterien zeichnen sich durch eine hohe Energiedichte, geringe Selbstentladung und gutes Temperaturverhalten aus und sind damit ideal für den täglichen Gebrauch in Hörgeräten. Neben Einweg-Batterien gibt es auch die Möglichkeit der Akku-Knopfzelle.

Hörgerätebatterien
Hörgerät-Batterien

Die Knopfzellen-Batterie

Am weitesten verbreitet unter den Knopfzellen-Batterien ist die Zink-Air- bzw. Zink-Luft-Batterie, die Sie leicht an den Aufdrucken „ZA“ oder „ZL“ erkennen. Bei geringer Größe sind diese überraschend leistungsfähig. Ein großer Vorteil von Zink-Air-Knopfzellen: Sie stellen bis zum Ende ihrer Lebensdauer stabile Spannungswerte zur Verfügung. Deshalb findet sich dieser Batterietyp heute in den meisten Hörgeräten.

Originalverpackt sind Zink-Air-Batterien am Pluspol mit einer Schutzfolie verschlossen, welche dort winzige Luftlöcher abdeckt. Bei Entfernung des Siegels dringt über diese Löcher Sauerstoff in den mit Zinkpulver gefüllten Batteriekern ein. Das Zink oxidiert in einer chemischen Reaktion und erzeugt so Strom. Dieser Prozess setzt also schon vor Einlegen der Knopfzelle in die Batterie ein. Entfernen Sie daher die Folie erst unmittelbar vor Benutzung. Sie schützen die Batterie so vor Austrocknung und tragen zu einer möglichst langen Lebensdauer bei.

Zur Benutzung empfehlen wir Ihnen:

  • Entfernen Sie die Schutzfolie erst unmittelbar vor Gebrauch.
  • Warten Sie vor dem Einsetzen zwei Minuten, damit die Batterie ausreichend Luft aufnehmen kann.

Tragen Sie Ihre Hörgeräte regelmäßig, hält eine Batterie je nach Modell durchschnittlich fünf bis acht Tage. Außerdem gut zu wissen: Anders als viele frühere Hörgerätebatterien enthalten moderne Zink-Air-Knopfzellen nur noch einen sehr geringen Quecksilberanteil.

Alternative: Akkus

Hörgeräte können auch mit wiederaufladbaren Lithium-Ionen-Akkus erworben werden. Zwar entladen sich diese schneller als herkömmliche Knopfzellen, können aber leicht über Nacht in einer Ladestation aufgeladen werden. Dadurch entfallen Wechsel und Entsorgung der Batterien. Die Entwicklungen der Hersteller im Bereich der Energieversorgung schreiten zügig voran. So werden bereits neue Akkus getestet, welche auch Energie aus Körperwärme ziehen können. Sie sind noch unsicher, ob Akku oder doch Batterie für Sie das richtige sind? Lassen Sie sich ausführlich von einem Hörakustiker in Ihrer Nähe beraten.

Rot, Blau oder Gelb? Eine kleine Farbenlehre

Aber welche Batterie ist für meine Hörgeräte die richtige? Auf den ersten Blick verwirrt die Vielzahl der Bezeichnungen für Hörgerätebatterien. Die meisten Hersteller haben sich jedoch auf ein einheitliches Kennzeichnungssystem geeignet, welches Ihnen bei der Orientierung hilft. Je nach Batterietyp erhalten die Schutzfolien oder Verpackungen eine farbliche Markierung:

TypFarbeMaßeHörsystem*KapazitätSpannung
675Blau11,6mmx5,4 mmHochleistung650 mAh1,4 V
13Orange7,9mmx5,4 mmHdO310 mAh1,4 V
312Braun7,9mmx3,6 mmHdO und IdO180 mAh1,4 V
10Gelb5,8mmx3,6 mmIdO100 mAh1,4 V
5Rot5,8mmx2,2 mmIdO35 mAh1,4 V
* gängigste Nutzung für: HdO = Hinter dem Ohr; IdO = In dem Ohr

Unabhängig von der Größe stellen alle Hörgerätebatterien eine Spannung von 1,4 Volt zur Verfügung. Bei einer durchschnittlichen Nutzungsdauer von circa 16 Stunden pro Tag beträgt die Lebensdauer einer gelb markierten Typ-10-Batterie rund fünf Tage. Bei braunen Batterien vom Typ 312 sind es im Schnitt sechs Tage und bei orangefarbenen Typ-13-Batterien sogar acht Tage.

Richtige Lagerung beachten

Um zu vermeiden, dass sich Ihre Batterien vorzeitig entladen, achten Sie auf die richtige Lagerung. Es ist ein weit verbreiteter Irrtum, dass die Lagerung im Kühlschrank die Lebensdauer einer Hörgerätebatterie verlängert. Niedrige Temperaturen können sogar schaden – ebenso wie zu hohe Temperaturen: Stecken Sie deshalb ihre Reservebatterie niemals lose in die Hosentasche. Zumal dort außer Wärme auch Beschädigung durch den Kontakt mit anderen Metallen droht, wie etwa einem Schlüsselbund. Für den Transport empfehlen sich stattdessen spezielle Boxen, die im Fachhandel erhältlich sind.

Knopfzellen werden zumeist im Sechserpack verkauft. Optimale Lagerbedingungen für angebrochene Packungen sind:

  • Zimmertemperatur: Vermeiden Sie einen zu kalten oder zu warmen Lagerort.
  • Trockenheit: Vermeiden Sie hohe Luftfeuchtigkeit oder Nässe.
  • Dunkelheit: Setzen Sie die Batterien nicht direkter Lichteinstrahlung aus.
  • Intakte Schutzfolie: Wird diese abgezogen, entlädt sich die Batterie langsam.

Doch auch unter kalten oder feuchten Witterungsbedingungen können Sie noch einiges tun, um Ihr Hörsystem funktionsfähig zu halten, beispielsweise durch eine Wasserbox oder die Mitnahme von Reservebatterien. Bedenken Sie: Auch unter guten Bedingungen lassen sich Batterien nicht unbegrenzt lagern und entladen sich langsam. Etwa drei Prozent der Gesamtleistung unbenutzter Batterien gehen pro Jahr verloren. Vermeiden Sie also größere Vorratskäufe.

Wichtig: Umweltgerechte Entsorgung

Hörgeräte mit niedriger Ladung warnen ihre Träger durch ein akustisches Signal. Wird die Batterie dann nicht rechtzeitig ausgetauscht, schaltet sich Ihr Hörgerät automatisch ab. Bitte werfen Sie verbrauchte Batterien nicht achtlos in den Hausmüll. In fast allen Supermärkten und Drogerien finden sich heute Rücknahmeboxen, bei denen eine sachgerechte Entsorgung gewährleistet ist.

Hörakustiker
Ein Akustiker hilft bei allen Hörproblemen
Hörtest
Testen Sie Ihre Hörfähigkeit mit unserem Online Hörtest
Newsletter
Rund um die Themen Hören und Hörgeräte
 

Diese Seite teilen:
Hörtest

Hörgeräte Beratung

Akustiker Suche

Videos