Operation

Wie verläuft das Einsetzen eines Mittelohrimplantats?

Sind die Voraussetzungen für das Einsetzen eines Mittelohrimplantats gegeben, ist die Operation nur noch ein Routineeingriff – auch bei Kleinkindern ab fünf Jahren.

Auf einen Blick

  • Jetzt steht dem Mittelohrimplantat nichts mehr im Weg
  • Drei Schritte zum Mittelohrimplantat
  • Warum viele Mittelohrimplantate schon für kleine Kinder geeignet sind

Man bekommt ein Mittelohrimplantat nicht einfach eingesetzt, sobald man Hörprobleme hat. In der Regel müssen bestimmte Voraussetzungen, sogenannte Indikationen, erfüllt sein, damit eine Mittelohrimplantat verschrieben werden kann. Dazu zählt zum Beispiel, dass eine Versorgung mit herkömmlichen Hörgeräten aus medizinischen oder audiologischen Gründen nicht möglich ist. Sind alle Kriterien für ein Mittelohrimplantat erfüllt, wird es in einer kleineren Operation eingesetzt. Die gesetzlichen Krankenversicherungen übernehmen alle Kosten.

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In drei Schritten zum Mittelohrimplantat

Normalerweise durchläuft man auf dem Weg zu einem Mittelohrimplantat drei Schritte:

  1. Als erstes steht ein ausführliches Beratungsgespräch mit einem kompetenten HNO-Arzt. Dieser stellt sicher, dass man für ein Mittelohrimplantat geeignet ist und empfiehlt gegebenenfalls einen Chirurgen, der die Operation durchführt. Der Chirurg überprüft zunächst, welches Hörsystem das geeignetste für den Patienten ist und reserviert schließlich einen Operationstermin für das Einsetzen des Mittelohrimplantats.
  2. Der nächste wichtige Schritt ist die Operation. Die OP beim Einsetzen eines Mittelohrimplantats ist an sich unkompliziert und vergleichsweise risikoarm – ein Routineeingriff für Mittelohrchirurgen. Sie dauert ein bis zwei Stunden und wird unter Vollnarkose durchgeführt. Normalerweise ist man am nächsten Tag wieder auf den Beinen. Je nach Krankenhaus oder dem eigenen Befinden ist es jedoch auch möglich, dass man ein paar Tage im Krankenhaus verbringt.
  3. Bis alles perfekt verheilt ist, vergehen durchschnittlich acht Wochen. Zuerst gehen schnell nach der OP die Schwellungen zurück. Oft verläuft eine OP so gut, dass das eingesetzte Mittelohrimplantat nach wenigen Wochen aktiviert und zum ersten Mal eingestellt wird. Der Audiologe schaltet dazu den Audioprozessor und das Implantat zum ersten Mal ein. Ist alles gut verlaufen, hören die Patienten dann schon die ersten Klänge.Im Rahmen der weiteren Anpassung wird der Audioprozessor genau auf die Bedürfnisse und das Hörvermögen des Patienten abgestimmt. Einige Menschen hören sofort gut mit ihrem neuen Hörsystem und nehmen Töne klar wahr, die Sie bisher nicht mehr wahrnehmen konnten.

Anpassungen führen zum maximalen Hörerfolg

Einige Zeit nach dieser ersten Aktivierung und Anpassung kann das eingesetzte Mittelohrimplantat noch weiter optimiert werden – abhängig von den Erfahrungen, die bis dahin mit dem Implantat gemacht wurden. Insgesamt sind mehrere Anpassungen möglich. Patienten haben so die Chance, ihr wiedererlangtes Hörvermögen individuell einstellen zu lassen. Das Hören wird optimiert, um so hören zu können, wie sie es sich wünschen. Eine weitere Anpassung ist auch viel später noch möglich.

Hörverlust bei Kindern: Mittelohrimplantate können helfen

Die meisten Mittelohrimplantate werden nur an einer Mittelohrstruktur, wie zum Beispiel den Gehörknöchelchen, und nicht am Schädelknochen befestigt. Sie sind deshalb unabhängig vom Wachstum des Schädels und eignen sich für Kinder. Oft steht dem Einsetzen eines Mittelohrimplantats bei kindlicher Schwerhörigkeit nichts im Weg.

Schon Kleinkinder ab fünf Jahren können von Mittelohrimplantaten profitieren. Wichtige Voraussetzungen sind unter anderem stabile Hörschwellen, die Fähigkeit, akustische Verstärkung nutzen zu können sowie ein intakter Hörnerv. Für die Entwicklung von Kindern mit eingeschränktem Hörvermögen bringt dies enorme Vorteile. Wenn hörgeschädigte Kinder bereits früh eine natürliche Klangqualität erleben, kann sich ihr Hörvermögen um über 70 Prozent verbessern. Dies hat sehr positive Effekte auf die gesamte Entwicklung Ihres Kindes.

Eine weitere Art von implantierbaren Hörsystemen sind die sogenannten Cochlea-Implantate. Mehr Informationen dazu finden Sie hier.

 

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