Wir fragen einen Hörakustiker

Wir fragen einen Hörakustiker

Neue Videoreihe zum Thema Hörtest und Hörgeräteversorgung

Wie läuft eigentlich ein Hörtest ab? Was kosten moderne Hörsysteme und welche Vorteile bringen sie mir persönlich? Zu diesen und weiteren Fragen haben wir mit einem Hörakustiker gesprochen. 

12 Prozent der Menschen in Deutschland hören nicht mehr gut – aber nur 37 Prozent von ihnen tragen Hörgeräte, um ihre Schwerhörigkeit ausgleichen. Dabei beugt die Versorgung einer Hörminderung teils gravierenden Konsequenzen vor, wie sozialer Isolation und Folgeerkrankungen, die mit einem unversorgten Hörverlust einhergehen. Was viele trotz der immensen Vorteile von Hörgeräten vom Gang zu einem Hörakustiker abhält, ist die Ungewissheit dessen, was dort geschieht, und die Angst davor sich eine Schwerhörigkeit einzugestehen. Dabei ist dieser erste Schritt zu deutlich mehr Lebensqualität ganz einfach und beginnt mit einem Hörtest. Doch was passiert dort eigentlich genau? Wie oft sollte man sein Gehör testen lassen – auch wenn man gut hört? Und was, wenn der Hörakustiker dabei eine Schwerhörigkeit feststellt? Welche Vorteile bieten Hörgeräte dann? Und was kosten sie?

Wir stellen Ihnen vier neue Videos vor, die die wichtigsten Fragen rund um das Thema Hörtest beantworten – kurz, dynamisch, auf den Punkt. Hauptdarsteller der Clips ist Hörakustiker-Meister Georg Collofong, der nicht nur zum Hörtest Rede und Antwort steht, sondern auch über die wichtigsten Vorteile von Hörgeräten und ihre Kosten aufklärt. Er nimmt den Zuschauer mit zum Hörtest und wirbt dafür, sein Gehör regelmäßig testen zu lassen.

 

Wie läuft ein Hörtest ab?

Karsten Krone macht im Video seinen ersten Hörtest – Fachleute sprechen von der Audiometrie. In einer schallgedämmten Kabine nimmt Hörakustiker-Meister Collofong sein Gehör unter die Lupe. Als erstes werden die Ohren mit einem sogenannten Otoskop untersucht, mit dem er erkennen kann, ob der äußere Gehörgang bis zum Trommelfell frei ist. Es folgt der sogenannte Reinton-Test – ein Verfahren, bei dem der Kunde über einen Kopfhörer auf jedem Ohr eine Serie von Tönen hört und per Handzeichen zurückmeldet, ob und wann er sie hört. Das Testgerät, ein sogenanntes Audiometer, spielt verschieden hohe Töne in ansteigender Lautstärke nach linkem und rechtem Ohr getrennt vor. Die Testperson hebt die Hand, um dem Hörakustiker zu verstehen zu geben, wann er sie wahrnimmt. Im nächsten Test hört der Kunde mehrere einfache, einsilbige Worte. Damit testet der Hörakustiker das Sprachverständnis. Dieser Sprachtest gibt Aufschluss darüber, ob der Hörnerv funktioniert, ob das Ohr Gesprochenes hört, an das Gehirn weiterleitet und dort entschlüsselt und versteht.

Die wichtigsten Fachbegriffe rund um den Hörtest

  • Der Hörakustiker untersucht die Ohren mit einem Otoskop, einem speziellen Spiegel mit Lupe und Licht.
  • Beim Reinton-Test hört der Proband eine Reihe von Tönen in ansteigender Lautstärke auf einem Kopfhörer getrennt nach rechtem und linkem Ohr. Er gibt per Handzeichen oder Knopfdruck an, bei welcher Lautstärke er die Töne hört.
  • Das Gerät, das die Töne produziert, heißt Audiometer.
  • Die Lautstärke, in Dezibel (dB) gemessen, ab der die Testperson die Töne hört, ist die Hörschwelle.
  • Das Testergebnis wird in Form eines Audiogrammes Darauf sieht der Hörakustiker, ob die Hörschwelle des Kunden im Normalbereich zwischen null und 30 dB liegt oder ob er Hörgeräte braucht, um einen Hörverlust auszugleichen.

Das Testergebnis zeigt Collofong seinem Kunden in Form einer Hörkurve und erklärt die Punkte, die wir in dem Audiogramm sehen: Sie zeigen die Hörschwelle, also ab welcher Lautstärke der Testteilnehmer die Töne gehört hat. Das Ergebnis lautet in diesem Fall: Die Hörfähigkeit liegt auf beiden Ohren bei durchschnittlich 15 dB. Damit ist Krone normalhörend, was bei allen Testergebnissen zwischen null und 30 dB zutrifft.

 

Welche Vorteile haben Hörgeräte?

Bei einer Hörminderung von über 30 dB gilt die Testperson als schwerhörig und hat Anspruch auf eine Hörgeräte-Versorgung. In diesem Fall ist ein Hörakustiker wie Georg Collofong der Fachmann der Wahl, der seine Kunden auf dem Weg zur für ihn optimalen Hörhilfe begleitet. Dabei berücksichtigt er nicht allein die audiologischen Erfordernisse, die ihm durch den Hörtest bestens bekannt sind. Er befragt seine Kunden auch zu ihren ganz persönlichen Gewohnheiten und individuellen Bedürfnissen und bietet ihnen verschiedene Hörgeräte-Modelle zum Probetragen an. Er betreut den wichtigen Prozess der Gewöhnung an die Hörgeräte, passt sie Schritt für Schritt an die individuellen Anforderungen an und bleibt der wichtigste Ansprechpartner, wenn sich das Hörvermögen im Lauf der Zeit verändert.

Der positive Effekt, den Hörgeräte auslösen, ist ein erheblicher und unmittelbarer Gewinn an Lebensqualität. Aktivitäten mit Familie und Freunden, telefonieren, fernsehen, Musik hören, Auto und Fahrrad fahren – trotz Hörverlust ist es wieder möglich, alltägliche Situationen zu meistern. An Gesprächen wieder voll und ganz teilnehmen zu können, ist auch für das Umfeld eine enorme Erleichterung. Denn unversorgte Hörprobleme belasten zwischenmenschliche Beziehungen und führen häufig zu beruflichen Nachteilen und zur sozialen Isolation. „Die meisten merken das gar nicht. Sie ziehen sich zurück und entfremden sich richtig aus der Gesellschaft“, erklärt Georg Collofong im Video. Zudem beugen Hörgeräte einer Vielzahl gesundheitlicher Folgen und Risiken vor, die eine unversorgte Hörminderung zur Folge haben können. So hängen Depression, Sturzrisiko im Alter, und die Gefahr an Demenz zu erkranken mit unversorgter Hörminderung zusammen. Wissenschaftliche Studien belegen im Umkehrschluss, dass Hörgeräte die kognitive Leistungsfähigkeit und Vitalität erhalten und erhöhen.

Wie teuer sind moderne Hörgeräte?

Der kurze Hörtest, den Georg Collofong im Video durchführt, „kostet“ lediglich den Zeitaufwand von wenigen Minuten. Für Menschen, bei denen eine Hörminderung festgestellt wird, hat der Hörakustiker eine gute Nachricht: Der Festbetrag der Krankenkassen für Hörgeräte wurde 2013 angehoben. Damit sind auch die technischen Anforderungen an zuzahlungsfreie Systeme deutlich gestiegen. So ist es möglich, ohne eigene Kostenbeteiligung digitale Hörgeräte zu erhalten, die den individuellen Hörverlust bestmöglich ausgleichen und moderne technische Funktionen bieten, wie etwa eine Störschall- und Rückkopplungsunterdrückung und eine manuelle Lautstärkeregelung. Zuzahlungen aus eigener Tasche kommen erst dann zum Tragen, wenn sich Kunden über diese Features hinaus weitere Ausstattungsmerkmale für noch mehr Hörkomfort, ein exklusives Design oder Bluetooth-Anbindung wünschen.

Auf einen Blick: Was kosten Hörgeräte?

  • In Deutschland übernimmt die gesetzliche Krankenkasse die Kosten für Hörgeräte bis zur Höhe des Festbetrags.
  • Dadurch erhalten Schwerhörige eine zuzahlungsfreie Versorgung mit qualitativ hochwertigen digitalen Hörsystemen inklusive Anpassung und Nachbetreuung.
  • Voraussetzung ist, dass die Hörgeräte von einem HNO-Arzte verschrieben wurden.
  • Der Festbetrag beträgt für ein Hörgerät 733,59 EUR (786,86 Euro für an Taubheit grenzende Schwerhörige). Für das zweite Gerät gilt ein Abschlag von 20 Prozent.
  • Gesetzlich Krankenversicherte tragen den Eigenanteil von zehn Euro pro Hörsystem.
  • Da Hörgeräte medizinische Hilfsmittel sind, werden sie von der gesetzlichen Krankenversicherung als Sachleistung erbracht und als solche ohne finanzielle Vorleistung des Versicherten direkt zwischen Hörakustiker und Krankenkasse abgerechnet.

Wie oft machen Sie einen Hörtest?

Ein nachlassendes Hörvermögen kommt selten über Nacht. Meistens verändert sich die Hörfähigkeit schleichend und unbemerkt, weil man sich langsam an den neuen Status quo gewöhnt. Oft sind es Partner, Kinder oder Freunde, die darauf aufmerksam werden, dass der Fernseher immer lauter oder dem Gespräch kaum mehr gefolgt wird. Stellt man selbst die ersten Einschränkungen im Alltag fest, ist der Zeitpunkt für einen Hörtest aus Expertensicht schon viel zu spät. Denn das Gehirn hat sich bereits an die Schwerhörigkeit gewöhnt. Das Gehör vergisst, wie es ist, gut zu hören. Deshalb wird dazu geraten, das Gehör auch ohne konkreten Anlass regelmäßig testen zu lassen. Denn je schneller eine Hörminderung versorgt wird, desto weniger Nachteile entstehen für den Betroffenen und desto größer sind die persönlichen Vorteile. Je länger ein Hörverlust hingegen ignoriert wird, umso schwerer fällt die Gewöhnung an das Hören mit Hörgerät. Zudem besteht die Gefahr, dass eine leichte Hörminderung zunimmt, wenn sie nicht behandelt wird. Mindestens alle zwei Jahre zum Hörtest, rät daher Hörakustiker Georg Collofong.

Ihr letzter Hörtest liegt bereits länger als zwei Jahre zurück? Oder Sie haben Ihr Gehör noch gar nicht testen lassen? Hier finden Sie direkt einen Hörakustiker in Ihrer Nähe, der Ihr Gehör kostenfrei testet.

 

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