Wie nachhaltig sind Hörsysteme?

Wie nachhaltig sind Hörsysteme?

Haben Sie sich schon einmal gefragt, was nachhaltige Hörsysteme sind und was Hörgesundheit mit Nachhaltigkeit zu tun hat? Und wissen Sie, wie Hörakustiker und Hersteller von Hörsystemen ressourcenschonend und zukunftsorientiert handeln?

Beim Thema nachhaltige Hörgeräte denkt man an eine ressourcenschonende Produktion und Verpackung. Der Begriff reicht allerdings viel weiter. Er umfasst beispielsweise auch die Lebensdauer von Hörgeräten und Hörimplantaten und setzt sich mit der Frage auseinander, warum eine gute Hörsysteme-Versorgung die Sozialkassen entlastet, beispielsweise weil Menschen länger arbeitsfähig bleiben oder weniger Betreuung brauchen.

Umweltschonend: Nachhaltige Hörsysteme – oft in Europa

Zahlreiche Hersteller von Hörsystemen stellen eine höhere Nachhaltigkeit, wie durch eine umweltschonende Produktion und die Reduzierung von Abfallstoffen und Verpackungsmaterial, längst in den Mittelpunkt. Dazu ein paar Beispiele von vielen:

Sonova beispielsweise treibt den Übergang zu einer ressourceneffizienten und kohlenstoffarmen Zukunft seiner Standorte während des gesamten Lebenszyklus der Produkte und Dienstleistungen voran. Die Schweizer Gruppe für Hörsysteme bezieht sich dabei auf einige der 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen (UN).

Nachhaltigkeitsziele von Sonova nach der Agenda der Vereinigten Nationen
Nachhaltigkeitsziele von Sonova nach der Agenda der Vereinigten Nationen
Beispiele einer nachhaltigeren Verpackung bei GN
Beispiele einer nachhaltigeren Verpackung bei GN

GN Resound beteiligt sich mit anderen Firmen an einem Solarpark, der bis 2023 in Dänemark entstehen soll und grüne Energie liefert. Außerdem wird der Vertriebs-Carpool auf E-Autos umgestellt. Und die GN Verpackungen werden immer umweltfreundlicher. Das spart Gewicht und Kunststoffe ein.

Auch der Hörgerätehersteller Starkey hat seine Verpackungen umgestellt und versendet weniger oder gar kein Plastik mehr. Dank optimierter Verpackungen kann auf Füllmaterial verzichtet werden.

MED-EL hält bei seiner Implantatproduktion Europäische Umweltstandards ein. Durch überwiegend europäische Zulieferer hat man kurze und ressourcenschonende Transportwege. Außerdem gelten europäische Arbeitnehmer-Rechte und qualifizierte Arbeitsplätze werden in Europa gesichert. Bei dem Implantathersteller gibt es zudem nur noch ressourcenschonende digitale Rechnungen und sehr viele elektronische Dokumentation für die Behörden.

Bei Starkey wird ressourcenschonend mit Hardwarekomponenten umgegangen. Der Hörsysteme-Hersteller setzt durch eine offene Plattform- und Chiparchitektur auf Langlebigkeit und damit Nachhaltigkeit seiner Geräte. Updates zur Leistungsverbesserung lassen sich so einfach aufspielen. Außerdem nutzt der Hersteller, auch in Folge der Corona-Pandemie, verstärkt Online-Plattform zum Wissensaustausch und Training seiner Teams sowie digitales Marketing mit weniger Postversänden und Papiermüll.

Weniger Schadstoffe

Hinzu kommt bei fast allen Hörsystemen die kontinuierliche Verringerung von Schadstoffen bei der Herstellung und in den fertigen Geräten, wie beispielsweise durch die Zink-Luft-Batterien als weitverbreiteter Energieträger der Hörgeräte. Das war nicht immer so, denn früher enthielten Hörsystem-Batterien Quecksilber.

Da Hörsysteme zudem biokonform und hautverträglich hergestellt werden, um keine Allergien auszulösen, sind sie auch sehr nachhaltige Hörsysteme.

Nachhaltige Hörsysteme sind robust und halten jahrelang

Insgesamt hat die Herstellung und Nutzung von Hörsystemen im Vergleich zu anderen elektronischen Produkten geringe Umweltauswirkungen, zumal wenn man die lange Lebensdauer von Hörsystemen bedenkt. Diese Robustheit ist sehr bemerkenswert, obwohl Hörsysteme vielen Einflüssen wie etwa Schweiß, Staub, Feuchtigkeit oder Cerumen in ihrem täglichen Gebrauch ausgesetzt sind. Eine hohe Produktqualität, präzise Einstellung und fachliche Wartung durch die anpassenden Hörakustiker sind neben der präzisen Herstellung ebenfalls Garanten für die langjähriger, nachhaltiger Leistungsfähigkeit.

Hörimplantate von MED-EL zeichnen sich beispielsweise durch eine lange Lebensdauer aus: Teilweise sind heute noch Implantate der ersten Generation im Einsatz, das heißt seit über 25 Jahren im Körper einiger Patienten. Dies gibt den Nutzern Sicherheit und ist ressourcenschonend, da gerade im Implantat an vielen Stellen limitierte Materialien, wie Platin oder Gold, verbaut sind.

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Lange Generationszyklen der Prozessoren von Hörimplantaten

Durch eine kontinuierliche Weiterentwicklung haben sich die Verschleißteile an den Audioprozessoren verringert. Bei MED-EL gibt es außerdem eine langjährige Abwärtskompatibilität: Wer sich heute für ein Cochlea-Implantat entscheidet, kann sicher sein, auch in Zukunft (> 25 Jahre) immer von der aktuellsten Audioprozessor-Generation zu profitieren. Das bedeutet z.B., wer 1994 implantiert wurde, kann modernste Prozessoren mit heutigen Streamingmöglichkeiten nutzen.

Auch hier gibt es lange Wartungs- und Reparaturmöglichkeiten, die über das flächendeckende Netz an Hörakustikern jedem sehr einfach zugänglich sind.

Wiederaufladbare Hörsysteme, die es heute von zahlreichen Herstellern gibt, stellen einen großen Schritt zur Nachhaltigkeit dar. Es fallen keine verbrauchten Batterien mehr an, die aufwändig entsorgt und aufbereitet werden müssen.

Akkus – eine umweltfreundliche Alternative zu Batterien

Hörgeräte-Hersteller setzten zunehmend auf wiederaufladbare Lithium-Ionen-Akkus. Das ist viel umweltfreundlicher als der Betrieb mit Knopfzellen-Batterien, die mehr Energie in der Herstellung verbrauchen als sie später abgeben können und je nach Tragedauer des Hörgeräts durchschnittlich nur eine Woche Strom liefern.

Heutige Akkus haben eine ausreichend lange Laufzeit von bis zu 24 Stunden. Die Hörgeräte und auch Hörimplantate lassen sich damit einfach über Nacht aufladen. Außerdem sind Lithium-Ionen-Akkus robust, sodass sie bei Hörgeräten in der Regel eine lange Lebensdauer von rund sechs Jahren haben.

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Alte Geräte spenden und beim Hörakustiker entsorgen

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Hörsysteme stärken Gesundheit und Lebensqualität

Nichts ist nachhaltiger, als die eigene Gesundheit zu schützen und zu stärken.

Laut der EuroTrak Germany Studie 2018 sind Menschen, die Hörsysteme regemäßig tragen gesünder; sie haben einen besseren Schlaf, sind weniger erschöpft und seltener depressiv als Menschen, die mit einer unversorgten Schwerhörigkeit leben. Sie bewahren ihre eigenen körperlichen und mentalen Ressourcen und handeln im eigentlichen Sinne nachhaltig.

Hörgesundheit spart Kosten

Was viele nicht richtig einschätzen: Für die Gesellschaft ist die Versorgung mit Hörsystemen viel kostengünstiger als eine unbehandelte Schwerhörigkeit. Das zeigt unter anderem die im Jahr 2019 veröffentlichte britische Studie „Hearing Loss – Numbers and Costs. Evaluation of the social and economic costs“. Sie weist nach, dass eine unversorgte Hörminderung allein in Deutschland Kosten von 39 Milliarden Euro jährlich verursacht. Grund dafür sind eine geringere Produktivität und Lebensqualität der Betroffenen. Dem kann eine Versorgung mit Hörsystemen entgegenwirken. Wer sich bei einer Hörminderung für ein Hörsystem entscheidet, kann mit besseren Berufsaussichten rechnen, da Träger im Durchschnitt höhere Einkommen erzielen und seltener beschäftigungslos sind als unversorgte Hörgeminderte, so die oben genannte Studie des Wissenschaftlers Bridget Shield.

Wie das Tragen von Hörsysteme sich insgesamt positiv auswirkt, ist auch Thema der Nachhaltigkeitsziele des Herstellers Demant, angefangen von Vielfalt und Gleichberechtigung bis hin zur Eingliederung und Klimaauswirkungen.

Fazit: Die Versorgung mit Hörsystemen ist eine nachhaltige Investition, für den Einzelnen und die Gemeinschaft. Die Hersteller sind bereits auf einem sehr guten Weg zu mehr Umweltschutz und Nachhaltigkeit.

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