Hausmittel gegen Ohrenschmerzen: Zwiebelsäckchen oder Senfumschlag

Hausmittel gegen Ohrenschmerzen: Zwiebelsäckchen oder Senfumschlag

Welche Hausmittel gegen Ohrenschmerzen helfen wirklich?

Beginnende Ohrenschmerzen werden gerne mit Hausmitteln behandelt. Die einen schwören auf das Zwiebelsäckchen, die anderen auf die Wärme von Rotlichtlampen. Doch welche Hausmittel gegen Ohrenschmerzen helfen wirklich?

Auf einen Blick

  • Warum haben Kleinkinder öfter Ohrenschmerzen?
  • Zwiebelsäckchen und Senfumschläge
  • Bei Olivenöl und Ohrenkerzen ist Vorsicht geboten

Infektionen, Erkältungen oder Mittelohrentzündungen gehen oft mit Ohrenschmerzen einher. Diese können sehr unangenehm und schmerzhaft sein.

Solange kein Fieber auftritt und es sich eher um milde Schmerzen im Ohr handelt, gibt es Hausmittel gegen Ohrenschmerzen, die Beschwerden lindern und helfen. Einige Mittel sind allerdings skurril und zählen zu den Hausmittel-Mythen. Ohrenschmerzen sind Symptome von unterschiedlichen Krankheiten und betreffen sowohl das Außen-, Mittel- sowie das Innenohr. Man sollte sie ernst nehmen und bei Ohrproblemen immer einen HNO-Arzt kontaktieren.

Kinder sind besonders oft von Ohrenschmerzen betroffen

Vor allem Kinder im Alter von sechs Monaten bis sechs Jahren leiden sehr oft unter Mittelohrentzündungen oder anderen Infektionen im Ohr. Man nimmt an, dass zirka 75 bis 95 Prozent aller Kinder in ihren ersten drei Lebensjahren eine Mittelohrentzündung durchmachen. Dass sie so anfällig dafür sind, liegt auch daran, dass sie sich im Wachstum befinden und noch eine viel kürzere und engere Ohrtrompete haben – so nennt man die Verbindung zwischen Nasenrachen und Mittelohr – als Erwachsene. Auch bei kleinsten Entzündungen schwillt diese schnell zu und beeinträchtigt dadurch den Druckausgleich sowie den Abfluss von Flüssigkeiten. Dies begünstigt die Entstehung von Infektionen und Mittelohrentzündungen.

Wahrscheinlich kennen die meisten schon von Kindheitstagen an jene Hausmittel gegen Ohrenschmerzen, die von der Mutter oder Großmutter gerne eingesetzt wurden. Zu den beliebtesten gehören Zwiebelsäckchen, Senfumschläge, Kamillendampfbäder oder sogar warme Kartoffeln auf den Ohren. Aber wie sieht es mit deren Wirksamkeit aus – und gibt es absurde Hausmittel, die schaden können und die man lieber meiden sollte?

Ohrenschmerzen und ihre Ursachen – Welche Hausmittel helfen?

Die Ursachen für Ohrenschmerzen sind vielfältig. Von Mittelohrentzündungen über Gehörgangentzündungen oder Verletzungen im Ohr bis hin zum Verschluss des Gehörgangs gibt es eine lange Liste an möglichen Auslösern für Schmerzen im Ohr.

Zunächst ist bei Ohrenschmerzen, wie bei fast allen Erkrankungen, Ruhe und viel Flüssigkeit die beste Medizin. Denn das Immunsystem braucht viel Energie, um effektiv gegen Krankheitserreger vorzugehen. Besonders, wenn die Ohrenschmerzen gerade erst begonnen haben, können einige Hausmittel gegen Ohrenschmerzen die Beschwerden lindern. Bei anderen Mitteln, wie zum Beispiel Ölen, gilt: Finger weg.

Zwiebelsäckchen, Senfumschläge und Wärme haben sich bewährt

Eines der wohl beliebtesten Hausmittel gegen Ohrenschmerzen ist das Zwiebelsäckchen. Dafür nimmt man einfach ein bis zwei Zwiebeln, schneidet sie sehr klein und zerdrückt sie ein wenig. Dann schlägt man sie in ein Küchentuch oder in ein Stück Mullbinde ein. So kann man ein ganz kleines Päckchen für Kleinkinder machen und dieses dann in der Ohrmuschel mit einem Stirnband oder einer Baumwollmütze fixieren. Es empfiehlt sich, die Zwiebeln leicht zu erwärmen, beispielsweise in der Mikrowelle. Man kann das Zwiebelsäcken aber auch kalt verwenden. Danach legt man das Säckchen auf das Ohr – wahlweise kann man es auch mit einem Band oder einer Mütze fixieren.

Die besondere Wirkung von Zwiebeln liegt in den enthaltenen ätherischen Ölen – ganz besonders dem Senföl. Diese Öle wirken antibakteriell und entzündungshemmend sowie schmerzlindernd. Außerdem sorgt die Wärme des Säckchens für eine bessere Durchblutung. Dadurch können entzündungshemmende Wirkstoffe schneller zur betroffenen Stelle gelangen und Abbauprodukte schneller abtransportiert werden. Genau deshalb wirken auch Rotlichtlampen oft schmerzlindernd bei Ohrenschmerzen.

Ein weiteres wirksames Hausmittel gegen Ohrenschmerzen sind Senfumschläge. Sie wirken ähnlich wie das Zwiebelsäckchen. Vermengt man Senfmehl mit etwas Wasser und schlägt den Brei in ein Baumwolltuch ein, erhält man einen Senfumschlag, den man dann auf das Ohr drückt. Da Senf eine Arzneipflanze ist, wirken Senfumschläge, ähnlich wie Zwiebelwickel, durchblutungsfördernd, entzündungshemmend und antibakteriell. Aber aufgepasst! Senfumschläge nur einmal täglich für ungefähr 15 Minuten und an maximal fünf aufeinander folgenden Tagen anwenden – denn Senföl kann auf Dauer Hautreizungen verursachen. Sollte die Haut während der Behandlung zu brennen beginnen, den Senfumschlag sofort entfernen!

Allgemein schafft Wärme bei entzündungsbedingten Beschwerden rund um das Ohr oft Erleichterung. So helfen neben Senfumschlägen und Zwiebelsäckchen auch in ein Tuch eingeschlagene warme Kartoffeln – auch wenn dieses Hausmittel eher aus vergangenen Zeiten kommt. Sinnvoll ist auch das Inhalieren mit Kamille, Minze oder Eukalyptus. Dadurch werden die Schleimhäute befeuchtet und Krankheitserreger schneller abtransportiert. Menschen, denen Wärme bei Ohrenschmerzen eher unangenehm ist, können alternativ kalte Wickel anwenden.

Vorsicht bei Olivenöl oder Ohrenkerzen!

Es gibt jedoch auch Hausmittel, die eher schaden als helfen, beispielsweise erwärmtes Olivenöl, das ins Ohr geträufelt wird oder Ohrenkerzen. Man sollte sehr vorsichtig sein, denn bei einem bereits perforierten Trommelfell können Öle die Beschwerden noch verschlimmern. Außerdem gelangen so neue Keime ins Ohr. Viele HNO-Ärzte warnen daher vor Verbrennungen, Verstopfungen und Verletzungen im Ohr. Diese entstehen oft auch durch unnötige Wattestäbchen, die das Trommelfell leicht verletzen können. Ebenso gefährden auch Ohrenkerzen, selbst bei vorschriftsmäßigem Gebrauch, die Gesundheit und können Ihren Ohren schaden.

Hausmittel gegen Ohrenschmerzen ersetzen nicht den HNO-Arzt

Ein Zwiebel- oder Senfumschlag kann gut dabei helfen, Ohrenschmerzen zu lindern. Manchmal lässt sich eine beginnende Mittelohrentzündung auf diese Weise sogar noch verhindern. Sollten die Schmerzen aber andauern, Schwindel, Fieber oder eine Hörminderung oder Ohrgeräusche auftreten, dann ist zeitnah ein HNO-Arzt aufzusuchen. Nur der Arzt kann erkennen, woher die Ohrenschmerzen kommen und diese entsprechend behandeln.

Wie sie Ihre Ohren auch bei Kälte vor Viren und Bakterien schützen, können Sie hier nachlesen.

 

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