Prävention ist nicht schwer

Prävention ist nicht schwer

Was muss man beachten, um sein Gehör gesund zu halten? – Regeln für gesunde Ohren

Nicht nur für Musiker gilt es, besonders auf die Gesundheit des eigenen Gehörs zu achten. Unser Hörsinn ist das Tor zu unserer Umwelt – dieses sollten wir schützen. Doch wie geht das?

Nicht nur das Auge isst mit

Nein – auch unsere Ohren sind durchaus von einer gesunden Ernährung abhängig.

In unserem Artikel 5 Ernährungstipps für ein gesundes Gehör haben wir vor einiger Zeit bereits darüber berichtet, wie eine ausgewogene Ernährung den Hörsinn stärken kann. 

So haben wir beispielsweise erfahren, dass Magnesium und Vitamine nicht nur für unseren Stoffwechsel lebenswichtig sind, sondern auch zu einer Erhaltung unseres Hörvermögens beitragen können. Zu viel Zucker hingegen schadet unserem gesamten Körper und die erhöhte Insulinausschüttung kann zu Diabetes führen. Diese nicht selten sogar zu Hörverlust.

7 Grundregeln zum Schutz unseres Gehörs

Neben der obligatorischen, gesunden Ernährung gibt es ein paar einfache Grundlagen, deren Befolgung unsere Ohren und den Hörsinn schützen kann. Wir haben die wichtigsten 7 davon hier zusammengetragen:

1. Hygiene

Klingt eigentlich selbstverständlich, aber muss erwähnt werden. Eine ordentliche Reinigung und Pflege unserer Ohren gehören natürlich zu einer gesunden Körperpflege dazu. Wie man schon zu kleinen Kindern seit ewigen Zeiten zu sagen pflegt: „Immer schön hinter den Ohren waschen“. Den sichtbaren Teil unserer Ohren und den dahinter sollten wir regelmäßig und vorsichtig waschen. Am besten mit warmem, nicht zu heißem Wasser und einer milden Seife, respektive einem sensiblen Duschgel. Mit sauberen Fingern nachspülen und einem weichen Handtuch abtrocknen. Einige Hersteller bieten zudem Ohrenreiniger in diversen Variationen an. 

In diesem Zusammenhang sollte man sich aber besser von einem HNO-Arzt beraten lassen, da einige Produkte, insbesondere bei unsachgemäßer Anwendung, durchaus auch eher schaden, als helfen können. Unsere Ohren reinigen sich nämlich eigentlich von selbst. In unserem Artikel Ohren putzen erfahren Sie mehr darüber.

2. Keine Wattestäbchen

Die zweite Regel knüpft nahtlos an der vorherigen an. Noch immer ist es nicht bei jedem angekommen: Wattestäbchen schaden unserem Gehörgang, da sie das Ohrenschmalz, auch Cerumen genannt, eher tiefer und fester hineindrücken, als es zu entfernen. 

Zu einer professionellen Reinigung des Gehörganges geht es besser regelmäßig zum HNO. Dieser kann überflüssiges Cerumen sicher und effektiv entfernen. Auch zum Thema Wattestäbchen finden Sie einen Artikel auf unserem Portal. Natürlich auch den passenden HNO-Arzt in Ihrer Nähe.

3. Keine Fremdkörper

Wenn die eigentlich dafür gedachten und besonders weichen Wattestäbchen schon mehr Schaden anrichten, als dass sie gutes vollbringen, dann liegt die nächste Grundregel wirklich sehr nahe. Keine Fremdkörper in das Ohr einführen.

Das Ohrinnere ist empfindlich und kann leicht geschädigt werden. Gedankenverloren mit einem Stift in den Ohren zu pulen, während man zum Beispiel über die Lösung eines Problems sinniert, ist keine gute Idee. Neben der rein mechanischen Verletzungsgefahr bringt man damit zusätzlich auch noch Schmutz und Bakterien in den Gehörgang. Also – besser Finger weg, selbst wenn es mal im Ohr jucken sollte. Dann lieber ab zum HNO-Arzt. Dieser nimmt eine Ohrenspiegelung vor oder macht einen Abstrich und schon ist die Ursache bekannt und kann behandelt werden.

4. Schützen Sie Ihr Gehör

Eine der wichtigsten Regeln: Wenn Sie sich in einer lauten oder staubigen Umgebung aufhalten, benutzen Sie immer einen angepassten Hörschutz oder zumindest Ohrstöpsel. Anhaltender Lärm schadet Ihrem Gehör und Ihrer Psyche. Von einfachen Schaumstoff-Stöpseln bis hin zu Profilösungen – beispielsweise für Musiker oder Wassersportler – die Bandbreite ist ebenso groß wie die Notwendigkeit unser Gehör vor Lärm zu schützen. Dessen konsequente Vermeidung ist der beste Weg, Hörschäden aktiv vorzubeugen.

5. Abtauchen vermeiden

In der Badewanne könnten Bakterien von anderen Körperregionen in den Gehörgang eindringen und eine Infektion auslösen. Daher besser die Ohren nicht in das Badewasser tauchen, wenn man auf Nummer sicher gehen möchte. Nach dem Baden, Duschen oder Schwimmen die Ohren sorgfältig trocknen. Mit einem weichen Handtuch oder vorsichtig mit dem Föhn.

6. Arbeitsplatz optimieren

Reden Sie mit Ihrer oder Ihrem Vorgesetzten, sollten Sie das Gefühl haben, dass Ihr Arbeitsalltag oder das Umfeld am Arbeitsplatz Ihrem Gehör schaden. Sprechen Sie Ihren Arbeitgeber darauf an, denn dieser ist sogar gesetzlich verpflichtet die Risiken für Ihre Gesundheit zu überprüfen und gegebenen Falles Abhilfe zu schaffen. Eine einfache Regel hilft bei der initialen Überprüfung:

Sie sollten am Arbeitsplatz niemals ungeschützt einer höheren Lautstärke ausgesetzt sein, als vergleichsweise an einer belebten Fahrstraße. Achten Sie mal darauf und eliminieren Sie Lärmquellen soweit möglich.

7. Stress vermeiden und abbauen

Einer der Hauptrisikofaktoren für Gehörschäden und insbesondere auch für Tinnitus sind neben Lärm jegliche Formen von Stress. Diesen gilt es unserer Gesundheit zuliebe tunlichst zu reduzieren, respektive entgegenzuwirken. Spezielle Entspannungsübungen, wie beispielsweise auch Yoga und sonstige sportliche Aktivitäten, können dabei schon helfen. Gerade bei einem sehr fordernden Alltag, in dem Zeit- und Leistungsdruck keine Seltenheit sind, hilft es sich mit den Themen Entschleunigung und Achtsamkeit zu beschäftigen. Oftmals bringt es uns mehr voran, zwischendurch mal einen Gang zurückzuschalten.

In unserem Artikel „Die Zone der totalen Ruhe”   erfahren Sie zudem, wie Sie Ihren Ohren und sich selbst mal etwas Urlaub gönnen und warum man dem Bedürfnis nach Stille und innerer Ruhe nachgehen sollte.

Prävention heißt auch handeln

Nicht zögern. Selbst wenn Sie nur eine leichte Verschlechterung Ihres Hörvermögens bemerken, sollten Sie, ganz unabhängig von den möglichen Ursachen, möglichst direkt einen Hörtest machen.

Begeben Sie sich zum nächstgelegenen Hörakustiker und lassen sich zu allen Belangen rund um das Gehör professionell beraten. Vorab können Sie natürlich auch unseren Online-Hörtest ausprobieren und Ihr Gehör auf die Probe stellen. Um eine Schwerhörigkeit rechtzeitig zu erkennen, empfiehlt es sich ohnehin, auch ohne besonderen Verdacht, regelmäßig bei einem HNO-Arzt oder einem Hörakustiker einen Hörtest durchführen lassen. Dies gilt insbesondere mit fortschreitendem Alter.  Daher fordern der Bundesverband der Hörgeräte-Industrie und der Berufsverband der HNO-Ärzte ein regelmäßiges Hörscreening ab dem 50. Lebensjahr. Je früher Probleme mit dem Hörvermögen erkannt werden, umso besser lassen diese sich behandeln und potenzielle Folgekrankheiten könnten vermieden werden.

Daher gilt es neben der Beachtung unserer aufgeführten Grundregeln und einer generell gesunden und achtsamen Lebensweise, auch regelmäßig das eigene Hörvermögen zu überprüfen. Vorsorge ist immer eine gute Idee.

 

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