Ohren wie ein Luchs!

Ohren wie ein Luchs!

Das Gehör von Luchsen – Hochleistungsohren aus dem Tierreich

Die Redewendung „Ohren wie ein Luchs“ kennt wohl jeder. Aber wie gut hören Luchse wirklich? Lesen Sie, was das Gehör von Luchsen so besonders macht.

Auf einen Blick

  • Luchse können Geräusche aus kilometerweiter Entfernung hören
  • Markenzeichen Pinselohren
  • Mit allen Sinnen: So jagt der nachtaktive Luchs

Dass es viele Tiere gibt, die um ein Vielfaches besser hören können als Menschen, ist kein Geheimnis. Doch das Gehör von Luchsen ist besonders gut. Nicht umsonst gibt es die bekannte Redensart „Ohren haben wie ein Luchs“. Dieses Sprichwort bedeutet, dass jemand ein besonders gutes Gehör hat – Ohren wie ein Luchs eben. Aber wie gut hören Luchse wirklich?

Luchse hören besser als Menschen und Hunde

Stellen Sie sich vor, jemand pfeift so laut er kann in eine Trillerpfeife. Was denken Sie, wie groß ist die maximale Entfernung, in der Sie die Pfeife noch hören können? Versuche haben gezeigt, dass Menschen das Pfeifen noch aus Entfernungen bis zu 2,4 Kilometern hören und Hunde aus bis zu 2,8 Kilometern. Darüber würde ein Luchs wohl nur schmunzeln, wenn er das könnte. Denn: Luchse können das Geräusch einer Trillerpfeife noch aus unglaublichen 4,5 Kilometern Entfernung wahrnehmen – eine wahrhafte Hör-Meisterleistung. Das Gehör von Luchsen ist so ausgeprägt, dass sie in der Lage sind, Töne noch im Frequenzbereich von 65 bis 70 Kilohertz wahrzunehmen. Zum Vergleich: Das menschliche Gehör endet oberhalb von 20 Kilohertz.

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Mäuse aus 60 Metern Entfernung hören? Für den Luchs kein Problem!

Aber was macht das Gehör von Luchsen so besonders? Luchse bedienen sich dafür einiger anatomischer Tricks. Zu Hilfe kommt dem beeindruckenden Gehör des Luchses dabei vor allem sein Markenzeichen: die Pinselohren. Zum einen können Luchse ihre Ohren unabhängig voneinander in einem weiten Radius drehen. Die Tiere lokalisieren ihre Beutetiere auf diese Weise akustisch. So machen sie selbst bei rabenschwarzer Dunkelheit gute Fänge. Luchse hören beispielsweise das Rascheln von Mäusen im Unterholz problemlos aus über 60 Meter Entfernung. Zum anderen geht man davon aus, dass die schwarzen, abstehenden Haarbüschel der Pinselohren wie Antennen wirken. Luchse können Geräusche damit genauer orten und differenzieren.

Was Menschen nicht hören können – Hochleistungsohren im Tierreich

Nicht nur das Gehör von Luchsen ist extrem empfindlich. Auch andere Tiere haben besondere Hörsysteme entwickelt, um in der Natur besser zurecht zu kommen. So zeigen aktuelle Untersuchungen, dass Motten die wahren Hörkünstler der Natur sind. Es gibt Arten, die Töne bis in Höhen von Sage und Schreibe 300 Kilohertz wahrnehmen – Motten stellen damit sogar Fledermäuse in den Schatten.

Tiere wie der Delfin nutzen dagegen akustische Echoortung und Sonar zur Orientierung und Wahrnehmung von Ultraschalllauten. Dafür senden sie Signale aus, deren Reflektion sie über ihre Unterkiefer aufnehmen. Der Unterkiefer aktiviert dann das Innenohr. Auf diese Weise können Delfine sogar Herzschlag und Blutdruck ihres Gegenübers erspüren.

Und auch Wale haben ein spezielles Gehör. Damit nehmen sie besonders tiefe Töne von zehn bis 40 Hertz wahr. Wale können sich so über Distanzen von bis zu 100 Kilometer verständigen. Dafür geben sie eine Reihe von Knacklauten von sich, die bis zu 188 Dezibel laut sein können – das übertrifft sogar die Lautstärke eines Düsenjets. Außerdem haben Wale keine Ohrmuscheln. Sie nehmen Töne, ähnlich wie Delfine, über ihren Unterkiefer auf. Der Knochen leitet den empfangenen Schall dann als Vibration zum Innenohr.

Wunderwerk der Natur: Der Luchs

Aber nicht nur das Gehör von Luchsen hilft ihnen bei der Wahrnehmung ihrer Umgebung. Man vermutet, dass auch ihr weißer Backenbart beim Hören eine wichtige Funktion hat. Er soll die empfangenen Schallwellen reflektieren und zusätzlich verstärken. Zusätzlich zu ihrem ausgeprägten Hörsinn haben Luchse einen ausgezeichneten Sehsinn. Denn ihre Augen sind im Verhältnis zum Körper sehr groß und ihre Lichtempfindlichkeit ist zirka sechsmal höher als beim Menschen. Das liegt daran, dass sie mehr Stäbchen- als Zäpfchenzellen auf ihrer Netzhaut haben. Stäbchenzellen sind dabei für die Helligkeitswahrnehmung und Zäpfchenzellen für die Farberkennung verantwortlich.

Außerdem haben Luchse spezielle, berührungsempfindliche Haare, auch Vibrissen genannt, die ihnen dabei helfen, selbst die kleinsten Berührungen zu registrieren. Diese Haare sitzen in flüssigkeitsgefüllten Säckchen unter der Haut, die mit zahlreichen Nervenbahnen durchzogen sind, damit ihnen nichts entgeht. Diese Haare findet man nicht nur an der Schnauze von Luchsen, sondern auch an den Wangen, über den Augen, unter dem Kinn und sogar an den Vorderbeinen. Dank dieser empfindlichen Haare, registrieren Luchse sogar kleinste Veränderungen in der Luftströmung und können alle empfangenen Reize in ein räumliches Bild zusammenfügen, ohne ihre Umgebung sehen zu müssen. Das hilft den nachtaktiven Tieren vor allem bei der Jagd. Selbst blinde Luchse können Hindernisse wahrnehmen und umgehen – wahre Wunderwerke der Natur.

Wale nutzen Schallwellen, um sich im Meer zu orientieren und mit ihren Artgenossen zu kommunizieren. Wie funktioniert das Gehör der Unterwasserriesen?

 

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