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Musik im Auto: Fluch oder Segen?

Musik im Auto: Fluch oder Segen?

Sicher unterwegs mit Lieblingslied und Hörgerät

Bei traumhaftem Frühlingswetter über die Landstraße cruisen und dabei das Lieblingslied im Radio mitträllern. So fährt es sich am besten. Ist das so oder lenkt Musik eher ab?

Einfach herrlich! Bei schönstem Wetter im Cabrio oder mit heruntergekurbelten Fenstern gemütlich durch die Gegend fahren. Die Bäume sind endlich wieder grün, die Vögel zwitschern und wenn dann noch das Liebslingslied im Radio läuft, das Sie laut mitsingen können, ist eigentlich alles perfekt. Die totale Entspannung – sollte man meinen! Aber fahren Sie so wirklich sicher? Lenkt die Musik Sie nicht vom Autofahren ab? Und wie sieht es aus, wenn Sie Hörgeräte tragen?

Multitasking ist ein Mythos

Warren Brodsky, Professor für Musikpsychologie an der israelischen Ben-Gurion-Universität, versucht mittlerweile seit 15 Jahren herauszufinden, ob Autofahren und Singen am Steuer miteinander um die Aufmerksamkeit der Fahrer konkurrieren. Dazu bat er seine Probanden, ihr Lieblingslied während der Autofahrt mitzusingen. Das Ergebnis: Bei einer anspruchsvollen Verkehrslage sangen sie zunehmend schief – sowohl bei Text und Ton als auch beim Rhythmus. Woran das liegt? Am fehlenden Multitasking!

Hier werden jetzt sicherlich einige weibliche Leser aufschreien, denn der allgemeinen Meinung nach sind doch gerade Frauen in der Lage, mehrere Dinge gleichzeitig zu tun. Der Psychologe Dr. Ralf Buchstaller vom TÜV Nord widerlegt dies jedoch: „Multitasking ist ein Mythos. Wenn das Gehirn verschiedene Aufgaben gleichzeitig erledigen soll, switcht es zwischen ihnen hin und her. Deshalb hören die meisten Menschen auf zu singen oder stellen die Musik leiser, wenn sie sich zum Beispiel in einer Innenstadt orientieren müssen.“ Folglich können wir entweder der Musik hundertprozentig folgen oder unsere volle Konzentration gilt dem Autofahren.

Die Tatsache, dass die Kapazität unseres Gehirns beschränkt ist, macht es für Menschen mit einer Hörminderung gerade bei derartigen Multitasking-Situationen nicht einfacher. Es gilt generell als risikobehaftet, mit einer unbehandelten Schwerhörigkeit Auto zu fahren, da wir durch die verminderte Hörleistung nicht alle Geräusche vollumfänglich wahrnehmen können. Kommt dann noch Musikhören dazu, steigt die Ablenkung, da zusätzlich Aufmerksamkeit für das Musikverstehen benötigt wird. Moderne Hörgeräte unterstützen ihre Träger, sich in Alltagssituationen wie dem Autofahren problemlos und sicher bewegen zu können. Sie gleichen nicht nur die Schwerhörigkeit aus, sondern senken auch die kognitive Anstrengung beim Hören.

Lautstärke hat Einfluss auf die Aufmerksamkeit

Am schlechtesten fahren wir übrigens, wenn die Musik von jemand anderem festgelegt wird und wenn diese auch noch sehr schnell und aktivierend ist. Einen großen Einfluss auf unsere Aufmerksamkeit beim Fahren hat die Lautstärke der Musik. Liegt sie bei mehr als 70 Dezibel nimmt sowohl unsere Aufmerksamkeit als auch unsere Reaktionsgeschwindigkeit ab. Und ist die Musik lauter als 95 Dezibel, hat dies nicht nur erheblichen Einfluss auf unsere Fahrweise, sondern auch auf unser Gehör. Sind unsere Ohren beispielsweise dauerhaft einer Lautstärkebelastung von mehr als 85 dB ausgesetzt, wird unsere Hörfähigkeit ernsthaft gefährdet.

Was lernen wir also aus der Geschichte? Musik beim Autofahren – aber klar. Hörgeräte beim Autofahren – auch kein Problem. Ob mit oder ohne Hörgerät – die Musik sollte dennoch nicht so laut sein, dass Sie sich und andere im Straßenverkehr gefährden.

Übrigens: Hörgerät ist nicht gleich Hörgerät: Die Auswahl ist riesig, erfahren Sie hier mehr darüber.

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