Das Sprechen von zwei Sprachen kann Einfluss auf Demenzrisiko nehmen

Das Sprechen von zwei Sprachen kann Einfluss auf Demenzrisiko nehmen

Mehrsprachigkeit trainiert unser Gehirn

Eine kanadische Studie zeigt, dass Zweisprachigkeit dazu führen kann, dass sich das Demenzrisiko teilweise kompensieren lässt. Das liegt an einer dickeren Gewebeschicht, die bei mehrsprachigen Patienten festgestellt wurde. Erfahren Sie mehr darüber.

Englisch gilt in der Geschäftswelt mittlerweile als Grundvoraussetzung. Jede weitere Sprache ist eine Zusatzqualifikation. Wer mehrere Sprachen spricht, kann in der Berufswelt in vielen Fällen punkten. Wie eine Untersuchung jetzt belegt, kann Mehrsprachigkeit auch dazu führen, dass sich die graue Substanz im Gehirn vermehrt. Und das wiederum könnte Symptome bei Alzheimer oder leichter kognitiver Beeinträchtigung (engl. mild cognitive impairment, MCI) verlangsamen, so ein Bericht in der Zeitschrift Neuropsychologia.

Im Rahmen der Studie wurden 34 einsprachige MCI-Patienten und 34 mehrsprachige MCI-Patienten sowie 13 einsprachige und 13 mehrsprachige Alzheimerpatienten untersucht. Dabei haben die Wissenschaftler die kortikale Dicke und Gewebedichte bei ihren Patienten bestimmt. Das Ergebnis: In den Bereichen des Gehirns, die für die Sprache und kognitive Kontrolle zuständig sind, hatten mehrsprachigen MCI- und AD-Patienten einen dickeren Kortex als die Patienten, die nur eine Sprache sprechen. Gleichzeitig stellten die Wissenschaftler bei den mehrsprachigen Patienten einen Zusammenhang zwischen der kortikalen Dicke der Gehirnareale fest, die etwas mit Sprache und kognitiver Kontrolle zu tun haben und mit der Leistung bei episodischen Gedächtnisaufgaben zusammenhängen.

Zweisprachigkeit trainiert unser Gehirn – und beugt Alzheimer vor

Deshalb kommen die Wissenschaftler der Concordia University in Montreal zu dem Schluss, dass zwei Sprachen bestimmte Regionen in unserem Gehirn trainieren und so die kortikale Dicke und Dichte der grauen Substanz erhöht werden kann. Die Studie sei ein Indiz dafür, dass Menschen, die mehrere Sprachen sprechen, den Verlust von Gewebe ausgleichen können, der von Alzheimer ausgelöst wird. Möglich wird dies, weil diese Menschen auf alternative Netzwerke oder andere Hirnregionen zugreifen, die für die Verarbeitung des Gedächtnisses zuständig sind.

Vorteile durch Fremdsprachenkenntnisse – beruflich wie gesundheitlich

Übrigens: Nicht nur Erwachsene profitieren davon, wenn sie mehrere Sprachen sprechen. Schon Babys und Kleinkinder profitieren in ihrer Entwicklung vom Erwerb einer zweiten Sprache. Und Kinder und Jugendliche lernen viel leichter zusätzliche Sprachen, wenn sie bereits eine Fremdsprache sprechen. Das hat das Projekt Lilo Lausch der Stiftung Zuhören zeigen können.

Grundvoraussetzung für das Lernen einer Sprache ist das Sprachverstehen, das wiederum auf einem guten Gehör basiert – das gilt auch für unsere Kleinsten. Gut Hören ist somit überaus wichtig für unsere Kommunikation. Mit regelmäßigen Hörtests können Sie Ihr Gehör überprüfen und eine Hörminderung vorbeugen. Und geht es um Tochter oder Sohn, hilft das Neugeborenen-Hörscreening zu erfahren, ob Ihr Kind bestens gerüstet für das Erlernen von Sprache ist.

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