Vorteile & Nachteile

Vorteile und Nachteile von Hörimplantaten

Menschen mit einer hochgradigen oder an Taubheit grenzenden Schwerhörigkeit bietet ein Cochlea-Implantat große Vorteile gegenüber einer Hörgeräteversorgung.

Auf einen Blick

  • Cochlea-Implantat Vorteile
  • Einseitige oder beidseitige Implantation?
  • Wie man mit einem Hörtraining anfängliche Probleme überwindet
  • Tipps für CI-Träger im Alltag

Menschen mit einer leichten oder mittelgradigen Hörminderung erhalten mit klassischen Hörgeräten ein gutes Hörerlebnis zurück. Bei einer hochgradigen oder an Taubheit grenzenden Schwerhörigkeit geraten Hörhilfen, die den Schall verstärken allerdings an ihre Grenzen. Wenn Hörgeräte nicht mehr helfen, können Hörimplantate, wie das Cochlea-Implantat (CI), eine Perspektive bieten. Es hilft dabei, Klänge wieder zu hören und mit anderen Menschen zu kommunizieren. Denn aufgrund einer unmittelbaren elektrischen Stimulation der Nerven entlang der Cochlea (Hörschnecke) wird ein breites Tonspektrum angeschlossen. Dadurch lassen sich Teil- oder Totalausfälle einzelner Bestandteile des Tonspektrums – wie bei einer hochgradigen Innenohrschwerhörigkeit – wieder ausgleichen.

© MED-EL
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So werden mit dem Cochlea-Implantat (CI) alle Töne, die für das Sprachverständnis und die Wahrnehmung von Musik notwendig sind, wieder hörbar. Zudem gelingt es mit dem CI, die Hörschwelle anzupassen und auf Werte zwischen 30 und 35 Dezibel auszuweiten. Die Vorteile eines Cochlea-Implantats sind weitreichend. Erfahrungsberichte von CI-Trägern zeigen, dass dadurch auch Gesprochenes in geringer Lautstärke aus einiger Entfernung wieder gut wahrgenommen und verstanden wird.

Die wichtigsten Vorteile von Cochlea-Implantaten

Erfahrungsberichte über Cochlea-Implantate belegen, dass Menschen nach einer CI-Implantation wieder die Stimmen ihrer Familienangehörigen oder das Klingeln des Telefons hören können. War ein Windstoß vor dem Eingriff nur noch spürbar, wird er jetzt wieder gehört. Doch die Vorteile von Cochlea-Implantaten gehen noch weiter: Nach der CI-Implantation nehmen Betroffene ihre Umgebungsgeräusche wieder viel besser wahr: Ob das Hupen eines Autos, die Fahrradklingel oder ein Rufen – mögliche Gefahren im Umfeld lassen sich wieder leichter erkennen. Ein ganz entscheidender Vorteil beim Cochlea-Implantat ist auch die deutlich bessere Kommunikation nach der Implantation – zu Hause mit der Familie und Freunden, aber auch am Arbeitsplatz mit den Kollegen. Cochlea-Implantat-Träger profitieren insbesondere von einem verbesserten Sprachverständnis.

Auch Telefonieren wird dank des Cochlea-Implantats wieder möglich. Und aufgrund des gesteigerten Ton- und Lautstärkenumfangs durch das CI können die Menschen wieder Musik hören. Erfahrungen von CI-Trägern zeigen außerdem, dass nicht nur der Rhythmus von Musik wieder wahrgenommen wird, sondern sich auch Harmonien und Gesang differenzieren lassen. Diese wieder erlangten Fähigkeiten führen zudem dazu, dass die meisten CI-Träger nach der Implantation deutlich selbstbewusster sind und viel aktiver am gesellschaftlichen Leben teilnehmen. Auch die kognitiven Fähigkeiten können durch ein Cochlea-Implantat erheblich verbessert werden.

Wie hängen CI und kognitive Fähigkeiten zusammen?

Mit unseren kognitiven Fähigkeiten sind wir in der Lage, Signale aus unserer Umwelt wahrzunehmen und durch logische Schlussfolgerungen weiterzuverarbeiten. Direkt ab unserer Geburt entwickeln wir kognitive Fähigkeiten und perfektionieren sie im Laufe unseres Lebens. Eine Schwerhörigkeit vermindert diese kognitiven Fähigkeiten – und das völlig unabhängig davon, ob der Hörverlust plötzlich auftritt oder sich schleichend entwickelt. Wenn Sie etwas gegen Ihre Schwerhörigkeit unternehmen, können Sie dem entgegenwirken. Mit einem Cochlea-Implantat hören Sie wieder und verbessern so Ihre Konzentration sowie Aufmerksamkeit und damit verbunden ihre kognitiven Fähigkeiten.

Darüber hinaus bietet ein Cochlea-Implantat noch weitere Vorteile: So lässt  sich der Audioprozessor (ggf. über sein Zubehör) mit Ihrem Telefon, Fernseher, Tablet oder einem anderen Audiogerät verbinden. Auf diese Weise werden Sprache oder Klänge direkt an Ihr Ohr weitergeleitet und Sie können in geräuschvollen Umgebungen viel leichter verstehen und müssen sich beim Hören weniger anstrengen.

Einseitige oder beidseitige Implantation von Cochlea-Implantaten?

Ideal ist immer eine beidseitige Versorgung mit Cochlea-Implantaten, denn um Stereo zu hören, muss man mit beiden Ohren hören. Auch das Richtungshören profitiert von einer beidseitigen CI-Versorgung. Funktioniert nur ein Ohr, fällt oftmals das Hören in Umgebungsgeräuschen schwer, weil unser Kopf für Geräusche aus einer bestimmten Richtung eine Barriere ist. Zudem hat unser Gehirn Schwierigkeiten, die Entfernung und Richtung von Audiosignalen richtig einzuschätzen, wenn wir sie nur mit einem Ohr hören. Dann wird es schwierig, die Quelle der Audiosignale zu lokalisieren oder sich auf eine Stimme in einer Menschenmenge zu konzentrieren – räumliches Hören ist so nicht möglich.

Eine beidseitige Versorgung mit Cochlea-Implantaten sorgt dafür, dass wieder mit beiden Ohren gehört werden kann. Erfahrungsberichte von CI-Trägern bestätigen, dass dann sogar leise, entfernte Sprache gefiltert und sich eine einzelne Stimme auch bei Hintergrundgeräuschen separieren und die Richtung eines Audiosignals erkennen lässt.

Welches Risiko hat eine CI-Operation?

Eine CI-Operation wird in Spezialkliniken durchgeführt und ist ein Routineeingriff, der durchschnittlich etwa zwei Stunden dauert. Die CI-Implantation ist insgesamt kein risikoreicher Eingriff. Dennoch gibt es auch einige Nebenwirkungen wie vorübergehende Störungen des Geschmackempfindens, Irritationen des Gleichgewichtssinnes und Zuckungen der Gesichtsmuskulatur. Generell werden Sitz, Größe und Ausbildung der Hörschnecke bei der medizinischen Voruntersuchung mit bildgebenden Verfahren aufgenommen. Daraus lässt sich ableiten, welche Elektrodenformen geeignet sind und welche Hindernisse möglicherweise auftreten können. So werden Komplikationen minimiert.

Wie lange dauert es, bis ich nach der CI-Implantation wieder höre?

In der Regel wird der Audioprozessor zwei bis vier Wochen nach der CI-Operation aktiviert. Der Höreindruck unterscheidet sich sehr vom Hören mit einem Hörgerät, daran muss sich das Gehirn erst gewöhnen. Das CI erzeugt neue, bislang nicht wahrgenommene Geräusche und Töne, die das Gehirn verarbeiten und einordnen muss. Daher lässt sich das Wiedererlernen des Hörens mit einem Cochlea-Implantat durch ein intensives Hörtraining verbessern. Dieses Training beginnt in der Regel nach der Erstanpassung des CI, die genaue Dauer und Häufigkeit der Trainings sind abhängig von der individuellen Situation des Patienten.

Tipps für CI-Träger im Alltag

  • Induktions-Kochherd, elektronische Zahnbürste, Infrarot-Fieberthermometer: Beim Kochen mit einem Induktionsherd sollten Sie darauf achten, dass das Implantat mehr als 50 Zentimeter entfernt von der Herdplatte ist. Elektronische Zahnbürsten oder Infrarot-Fieberthermometer können problemlos verwendet werden.
  • Schwimmen und Tauchen: Die aktuellen CI-Prozessoren sind spritzwassergeschützt, zum Schwimmen sollten Sie allerdings eine Wasserschutzhülle verwenden. Flaschentauchen bis 40 Meter ist abhängig vom Implantat-Typ möglich. Der Prozessor ist dazu abzunehmen bzw. mit einer Schutzhülle zu tragen.
  • Fliegen: Der Metalldetektor bei der Personenkontrolle am Flughafen kann auslösen, daher sollten Sie das Sicherheitspersonal über Ihr CI informieren und den Patientenausweis vorlegen. Sicherheitshalber sollten Sie sich im Voraus bei der Fluggesellschaft informieren, ob gewisse Vorschriften für Hörimplantate oder Batterien vorliegen. Das ist durchaus von Fluggesellschaft zu Fluggesellschaft unterschiedlich.

Wie ein Cochlea-Implantat genau funktioniert, erfahren sie hier.

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