Unheimliches Kopfkino

Unheimliches Kopfkino

So entstehen Stimmen im Kopf

Fast jeder zehnte Mensch hört im Laufe seines Lebens Stimmen und Geräusche, die gar nicht da sind. Man spricht von akustischen Halluzinationen. In der Regel ist das unproblematisch, aber einige Betroffene leiden extrem darunter. Doch wie genau hört sich das an? Und wie entsteht ein solches Kopfkino?

Wer kennt das Phänomen nicht: Man glaubt, das eigene Handy vibriert, doch das tut es gar nicht. Oder man dreht sich abrupt in der Menge um, aus fester Überzeugung, man wurde gerufen.

Die wenigsten würden das als akustische Halluzination beschreiben, aber streng genommen ist es genau das.

 

Was sind akustische Halluzinationen?

Halluzinationen sind Sinnestäuschungen. Das bedeutet: Betroffene sehen, hören, fühlen oder riechen Dinge, die nicht vorhanden sind. Dennoch werden sie für real gehalten.

Die Mehrheit der Menschen hält akustische Halluzinationen für ein klassisches Symptom einer psychischen Erkrankung. Erschreckend, aber wahr: Nicht selten werden Betroffene diskriminiert und abgestempelt – einmal ganz abgesehen von der öffentlichen Berichterstattung sowie der klischeehaften Darstellung in Filmen und Büchern.

 

Arten von akustischen Halluzinationen

Bei akustischen Halluzinationen unterscheidet man zwei Formen: Zum einen gibt es sogenannte Akoasmen. Dabei handelt es sich um ungeformte, einfache Wahrnehmungen wie zum Beispiel ein Piepen oder Pfeifen. Betroffene berichten häufig: „Ich höre immer so ein Klicken in meinem Kopf, wenn ein neuer Gedanke kommt“ oder „Ich höre Musik, obwohl ich kein Radio habe“.

Auch wenn sich der eine oder andere jetzt denkt, dass er von seinem Lieblingssong nicht genug bekommt, kann das auf Dauer doch recht anstrengend sein.

Von den Akoasmen unterscheiden sich kompliziertere akustische Phänomene wie beispielsweise das Hören von Stimmen.

 

Stimmen im Kopf haben eigene Charakterzüge

Stimmenhören kann mehrere dialogische, kommentierende oder handlungsanweisende Stimmen enthalten. Oftmals sind es auch mehrere und wiederkehrende Stimmen, denen jeweils ein spezieller Charakter zugeordnet wird – Name, Alter, Geschlecht und Persönlichkeit.

Es gibt sogar Betroffene, die gleichzeitig auch etwas Körperliches spüren, wie ein Kribbeln oder sogar subtile Schmerzen.

Forscher fanden auch heraus, dass Stimmen, die mit solchen körperlichen Empfindungen verbunden waren, häufiger als aggressiv oder gewalttätig empfunden wurden – in einigen Fällen waren sie auch auf traumatische Erfahrungen zurückführbar.

Doch nicht alle Stimmen standen für Angst, Depression oder Stress. Ein Drittel der Befragten gab an, die Stimmen würden durchaus auch positive Gefühle hervorrufen. Ebenfalls überraschend: Befehlende Stimmen traten weitaus seltener auf als bislang vermutet. Nur fünf Prozent der Betroffenen berichteten davon.

 

Doch wie genau entstehen diese Stimmen im Kopf?

Selbst Hirnforscher wissen noch nicht genau, wie die inneren Stimmen zustande kommen. Doch eins ist gewiss: Unser Gehirn kann uns vielerlei Dinge vorgaukeln – schließlich erleben wir das allzu häufig im Traum.

Eine aktuelle Studie der University of Southern Wales besagt, dass es sich bei den vermeintlichen Stimmen um Verwechslungsfehler des Gehirns handelt: Eigene Gedanken werden einer äußeren Quelle zugeordnet.

Was bedeutet das genau?

Das Gehirn versendet Anweisungen zum Sprechen an die jeweiligen Organe. Eine Kopie dieser Anweisung wird an das sprachverarbeitende Gehirnareal geleitet und meldet dabei dem akustischen Hirnareal, dass der Ursprung der Sprache intern ist. Das Gehirn unterscheidet somit zwischen eigener und fremder Sprache. Wenn also diese Kopie fehlt – wie bei akustischen Halluzinationen – weiß das Gehirn nicht, dass es sich um die eigene Stimme handelt.

 

Ursachen von Halluzinationen

Psychosen und andere Krankheiten des zentralen Nervensystems können Halluzinationen verursachen. Auch chemische Substanzen wie Medikamente, Drogen und Alkohol spielen oftmals eine Rolle.

Manchmal haben Phantomgeräusche allerdings auch einen ganz harmlosen Hintergrund wie zum Beispiel Schlafmangel, soziale Isolation, Migräne, hohes Fieber oder Demenz.

Also keine Panik! Halluzinationen sind zwar grundsätzlich ein Fall für den Arzt und erfordern ein Durchleuchten der Grunderkrankung. Ist allerdings ein extremer Schlafmangel und totale Erschöpfung für die Sinnestäuschungen verantwortlich, so lautet die Devise: Richtig ausschlafen und sich erholen – dann verschwinden auch die Halluzinationen.

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