Sport gibt Selbstvertrauen

Sport gibt Selbstvertrauen

Fußballprofi mit Hörgeräten lebt Inklusion vor

Mannschaftssportarten wie Fußball sind Kommunikationssportarten. Dies fordert Menschen mit Hörminderung heraus – sollte sie aber nicht abhalten!

Simon Ollert ist von Geburt an medizinisch taub – und Fußball-Profi. Geräusche ab 100 Dezibel (vergleichbar mit einer Motorsäge) nimmt er als leisen Flüsterton wahr. Mit Hörgeräten kann er zwar einiges verstehen – in der Geräuschkulisse eines Fußballstadions ist er hingegen ausschließlich auf seine Augen angewiesen. „Es gibt Situationen, in denen andere Spieler sicher einen Vorteil haben: Wenn ich mit dem Rücken zum Gegner stehe, weiß ich nicht, von welcher Seite er kommt“, sagt Ollert beispielsweise über die Herausforderung auf dem Platz.

Geschärfte Sinne durch Gehörlosigkeit

Ein geschärfter Blick ist ein Vorteil, den Ollert seinen Mitspielern und Gegnern oft voraushat: „Ich erkenne viele Situationen früher, als andere. Mein peripherer Blick hat sich deutlich verbessert.“ Und auch wenn er seine Mitspieler nicht versteht, trägt Ollert seine Hörgeräte auch auf dem Platz. Denn was wäre ein Stürmer ohne Torjubel: „Wenn ich ein Tor schieße, genieße ich einfach diese Lautstärke, auch wenn ich keine Details heraushöre. Die Stimmung kann ich aber trotzdem aufsaugen.“

Hörgeminderte Kinder lernen in Fußball-Camps Selbstvertrauen

Dass es so wenige gehörlose Profisportler gibt, führt Ollert vor allem auf mangelndes Selbstbewusstsein von hörgeminderten Kindern und Jugendlichen zurück. Denn wer immer gesagt bekommt, dass er etwas nicht kann, glaubt es irgendwann selbst! Um betroffenen Kindern Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zu geben, führt Ollert regelmäßig Fußball-Camps für schwer hörgeminderte Kinder und Jugendliche durch. „Die Jugendlichen können lernen, sich mit anderen zu messen und so im spielerischen Rahmen Selbstvertrauen und Mut gewinnen. Wir haben das Ziel, Kinder mit Hörverlust in ihrer Entwicklung zu fördern.“

Inklusion beginnt mit Offenheit im Umgang

Ollert plädiert dafür Kinder mit Einschränkungen nicht übersensibel zu behandeln. „Inklusion beginnt mit dem schonungslos offenen Umgang zwischen Menschen ohne und Menschen mit Behinderung. Beide Welten verstecken sich leider ein bisschen voreinander.“ Zudem können schon einfache Maßnahmen wie Untertitel in Kinos oder mitzulesende Durchsagen die Hürden für gehörlose Menschen im Alltag deutlich senken.

Was Sie beim Sport mit Hörgeräten beachten sollten, erfahren Sie in unserem Beitrag „Fußballspielen mit Hörgeräten“. Oder testen Sie Ihr Gehör gleich online im Fußballstadion.

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