Gute Ohren – keine Selbstverständlichkeit

Gute Ohren – keine Selbstverständlichkeit

Laute Musik schädigt das Gehör – besonders von Kindern und Jugendlichen: Was Eltern zum Thema Hören wissen müssen

Laute Musik geht ganz schön auf die Ohren – insbesondere bei Kindern und Jugendlichen. Eltern müssen dafür sorgen, dass sich Ihre Kids Alltagslärm nicht ungeschützt aussetzen und auf zu laute Musik lieber verzichten.

Auf einen Blick

  • Laute Musik schädigt das Gehör
  • Was Eltern zum Thema Hören wissen müssen
  • Hörminderung frühzeitig erkennen und versorgen

Gute Ohren sind längst keine Selbstverständlichkeit mehr. Denn immer häufiger leiden junge Menschen unter einer Schwerhörigkeit. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) geht davon aus, dass weltweit mehr als eine Milliarde junge Erwachsene gefährdet sind, einen dauerhaften Hörverlust zu erleiden. Die Ursache ist häufig zu laute Musik, die über Kopfhörer gehört oder in Clubs oder auf Live-Konzerten auf die Kids hereinprasselt.

Folgen von lauter Musik nicht bewusst

Gerade das Gehör von Kindern und Jugendlichen ist ganz besonders empfindlich. Hinzu kommt, dass sie die Folgen von zu lauter Musik nicht einschätzen können. Daher sind Eltern hier gefragt. „Vielen Jugendlichen ist zumeist gar nicht bewusst, dass sie schon früh einen irreparablen Hörverlust riskieren, wenn sie beispielsweise die Lautstärke beim Musikhören über ihre Kopfhörer über längere Zeiträume immer wieder voll aufdrehen“, erklärt Marianne Frickel, Präsidentin der Bundesinnung der Hörakustiker (biha). „Gerade bei In-Ear-Kopfhörern kann eine Dauerbeschallung zum Problem werden und das empfindliche Gehör unwiderruflich schädigen. Denn diese sitzen in der Ohrmuschel und leiten den Schall direkt ins Innenohr.“ Und genau dort sind die feinen Haarsinneszellen, die durch große Lautstärken geschädigt werden.

Hörschäden durch laute Musik vermeiden

Lärm ist nicht gleich Lärm. Während eine Kreissäge in der Regel als unangenehm empfunden wird, ist der Lieblingssong in gleicher Lautstärke großes Vergnügen. Allerdings ist beides schädlich für unsere Ohren, denn unser Gehör kann bei einer anhaltenden Beschallung bereits ab einer Lautstärke von 85 Dezibel in Mitleidenschaft gezogen werden. Daher sollte diese Lautstärke – insbesondere, wenn Musik über Kopfhörer gehört wird – nicht überschritten werden. Hörakustiker empfehlen die 60/60-Regel. Sie besagt, dass die Lautstärke nur bis zu 60 Prozent aufgedreht wird und das auch nur maximal 60 Minuten. Danach sollte man den Ohren eine Pause gönnen.

Was Eltern zum Thema Hören wissen müssen

  • Je früher ein Hörverlust erkannt und versorgt wird, desto besser sind die Aussichten für ein Kind.
  • Kinder müssen Sprache hören und wiederholt nachahmen, um sich selbst ausdrücken zu können. Erhalten Kleinkinder aufgrund einer unversorgten Hörminderung nicht ausreichend oder gar keine Hörreize, lernen sie nur verzögert oder überhaupt nicht sprechen. Solche Versäumnisse lassen sich später nur schwer aufholen.
  • Es gibt Hörsysteme, die speziell für Kinder mit Hörverlust konzipiert sind. Damit lassen sich oft erhebliche Hörerfolge erzielen.
  • Wenn ein Hörgerät nicht ausreicht, kann ein Cochlea-Implantat (CI) auch bei Kindern die richtige Wahl sein.
  • Da Kinder und Jugendliche sich nicht darüber bewusst sind, dass sie ihr Gehör durch eine zu hohe Lärmbelastung irreparabel schädigen, müssen Eltern ihre Kinder aufklären und – bei Bedarf – für einen entsprechenden Gehörschutz sorgen.

Alltagslärm geht auf die Ohren

Neben zu lauter Musik kann auch Alltagslärm das Gehör schädigen. Und die Krux: so einfach lässt sich diesen Geräuschen nicht aus dem Weg gehen. Ob Laubbläser, startenden Flugzeuge, Renovierungsarbeiten im Haus, Trillerpfeifen, lärmendes Spielzeug wie Holzratschen oder ein Feuerwerk – all das geht so richtig auf die Ohren – gerade von Kindern und Jugendlichen. Vermeiden Sie zusätzliche Lärmquellen. In einigen Situationen ist es empfehlenswert, einen speziellen Gehörschutz zu tragen. Diesen gibt es auch für junge Ohren. Damit können wir unser Gehör in lauten Umgebungen schützen.

Gehör frühzeitig testen

Ist das Gehör erst einmal geschädigt, verbessert sich dieser Zustand in der Regel nicht mehr von selbst. Ganz im Gegenteil: Ein Hörverlust schreitet zumeist schleichend voran. Da nur die wenigsten Menschen ihr Gehör objektiv einschätzen können, ist es sinnvoll, schon bei den ersten Anzeichen einer Hörminderung einen Hörtest bei einem HNO-Arzt oder Hörakustiker zu machen. Dieser Test ist kostenlos, einfach einen Termin vereinbaren. Dann wird eine mögliche Schwerhörigkeit so früh wie möglich erkannt und mit einem modernen Hörsystem versorgt.

Auch Silvesterböller und Raketen können das Gehör schädigen. Daher sollten Sie beim Jahreswechsel ganz besonders auf Ihre Ohren achten und Sie entsprechend schützen. Wie? Das erfahren Sie in unserem Beitrag Mit gutem Gehör ins neue Jahr.

 

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