Büttenrede auf Kölsch für Gehörlose

Büttenrede auf Kölsch für Gehörlose

Gebärdendolmetscherin übersetzt kölschen Dialekt im Karneval

Ostfriesen haben mitunter Schwierigkeiten, Bayern zu verstehen. Auch in der Gebärdensprache gibt es Dialekte. Aline Ackers ist eine der wenigen Dolmetscherinnen, die Schunkelsongs und Büttenreden im Kölner Karneval für Gehörlose übersetzt.

Ob Teufel, Elfen, Prinzen oder Cowboys – sie alle schunkeln und grölen zum Song „Kölsche Jung“ von Bring. Die Jecken feiern ausgelassen und die Stimmung könnte kaum besser sein. Nach der Büttenrede heißt es „Kölle Alaaf“. Aline Acker hält beide Arme ein Stück nach oben und formt mit ihren Händen die beiden Spitzen des Kölner Doms nach. Den rechten Unterarm führt sie dann zur linken Schulter und dann aufrecht zum Gruß. Sie ist Gebärden-Dolmetscherin und beherrscht nicht nur die tausenden Gebärden fürs Hochdeutsche, sondern auch viele Vokabeln im Kölschen Dialekt. So hat sie in diesem Jahr sogar erstmals passend zum Motto „Uns Sproch es Heimat“ die Prinzenproklamation in Kölsche Gebärdensprache übersetzt. Dank der Übertragung des WDR konnten so auch Menschen mit einer Hörminderung das Geschehen vor dem Fernseher verfolgen.

Gebärdensprache kann alles ausdrücken

„Karneval und Gebärdensprache passen großartig zusammen. Und bei einem Motto, das die Sprache in den Mittelpunkt rückt, erst recht. Denn Sprache ist an den Menschen gebunden, nicht an Laute. Die Gebärdensprache kann Gefühle und Stimmungen, einfach alles ausdrücken. Sie ist absolut gleichwertig zu anderen Ausdrucksformen. Das funktioniert im Karneval prima.“

Und ob Bläck Fööss, den Höhner oder BAP – Aline Akers versteht es die Texte im reinsten Kölsch mit ihren Händen und ihrer Mimik Menschen mit einer Hörminderung zugänglich zu machen. „Kölschen Dialekt und kölsche Lieder zu gebärden – das ist eine Herzensangelegenheit für mich“, sagt Ackers. Und auch für Kamelle, die im Umzug geworfen wird und das Bützje, das Wangen-Küsschen im Karneval, gibt es ein extra Zeichen in der Gebärdensprache. Nicht zu verwechseln mit dem Bonbon und dem Kuss, für die andere Gebärden existieren. Und wer das Kölner Bier „Kölsch“ meint, führt die gerundete Hand – um das fiktive schmale Bierglas gelegt – vom Mund weg und formt dann schnell die beiden Domspitzen nach. Da kann man dann nur sagen: Prost Karneval, prost Kölsch – der einzige Dialekt, den man auch trinken kann.

Schauen Sie in diesem Video, wie unterschiedlich Dialekte in Gebärdensprache sein können.

Wie Sie Ihr Gehör in der fünften Jahreszeit vor Lärm und Kälte schützen, lesen Sie in unserem Beitrag „Die Narren sind los“.

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