Hörgeräte sind en vogue

Hörgeräte sind en vogue

Immer mehr Menschen in Deutschland nutzen Hörgeräte. Das ist das Ergebnis der größten länderübergreifenden Vergleichsstudie zu Hörverlust und Hörgerätenutzung EuroTrak 22.

Der Anteil der Hörgeräteträger steigt in Deutschland. Rund 3,8 Millionen Deutsche nutzen Hörgeräte und sind damit in Sachen Hörgesundheit bestens versorgt.

EuroTrak Hörstudie 22 - Immer mehr Menschen nutzen Hörgeräte - BVHI Statistik
Quelle: BVHI

Aber: Trotz selbst eingeschätzter Hörminderung verzichten immer noch 19 % der Betroffenen auf eine ärztliche Diagnose. Das heißt, 1,75 Millionen Menschen lassen ihre Hörminderung oder Schwerhörigkeit nicht ärztlich abklären. Die Dunkelziffer nicht diagnostizierter (und nicht berichteter) Hörminderungen dürfte sogar noch höher liegen. Und das, obwohl nichts einfacher ist, als einen Hörtest bei einem HNO-Arzt oder Hörakustiker zu machen.

Einen ersten Eindruck über die Hörfähigkeit vermittelt auch ein Online-Hörtest. Dieser ersetzt selbstverständlich keinen professionellen Hörtest beim Hörakustiker oder HNO-Arzt vor Ort in Ihrer Nähe. Wichtig ist, einen Hörverlust nicht zu verschleppen, sondern ihn frühzeitig zu erkennen und versorgen zu lassen. Mit der Zeit verlernt das Gehirn nämlich bestimmte Geräusche zu hören. Auch gibt es wissenschaftlich belegte Zusammenhänge zwischen einem Hörverlust und bestimmten Folgeerkrankungen. Hörverlust gehört zu den TOP 5 durch Krankheit bedingten Belastungen für die Gesellschaft (Quelle: Bridget Shield (2019): Hearing Loss – Numbers and Costs. Evaluation of the social and economic costs of hearing impairment, Brunel University London).

Hörverlust beeinträchtigt die Lebensqualität stärker als Sehschwäche und -verlust. Eine unbehandelte Schwerhörigkeit im mittleren Lebensalter ist neuen Studien zufolge der mit Abstand größte modifizierbare Risikofaktor einer Demenzerkrankung (Quelle: Hélène Amieva et.al. (2018): Death, Depression, Disability, and Dementia Associated with self-reported Hearing Problems: A 25-Years Study; in: The Journals of Gerontology, Series A).

Was viele nicht wissen: Kosten für ein Hörgerät können komplett von der Krankenkasse übernommen werden

Manche Menschen mit einer unversorgten Schwerhörigkeit nutzen keine Hörgeräte und verzichten auf die Behandlung mit einem Hörsystem, weil sie mit hohen Kosten für die notwendige Hörgeräteversorgung rechnen. Ganz zu Unrecht gefährden sie ihre Gesundheit und nehmen die unangenehmen Begleiterscheinungen einer unbehandelten Hörminderung, wie oben geschrieben, in Kauf.

Dabei gilt: Wer gesetzlich versichert ist, erhält bei entsprechender Indikation eine Hörgeräteversorgung bis zur Höhe des Festbetrages ohne eigene Aufzahlung. Dass damit die Kosten für eine Hörgeräteversorgung sogar gänzlich von der Krankenversicherung getragen werden können, ist nur 35 % der unversorgten Hörgeminderten bekannt.

48 % wissen dies nicht und 17 % meinen, eine Versorgung ihrer Schwerhörigkeit würde nicht einmal anteilig von der Krankenkasse getragen.

Die Befürchtungen vor einer vermeintlich teuren oder gar unbezahlbaren Hörgeräteversorgung sind jedoch völlig unbegründet.

Werden Hörgeräte wirklich getragen?

Die oft vermuteten, angeblich zahlreichen “Schubladenhörgeräte” gibt es kaum. Nur 5 % aller Hörgeräte werden nicht getragen. Die Therapietreue von Hörgeräteträgern ist also sehr hoch, viele nutzen ihre Hörgeräte täglich 8 Stunden und länger.

Zum Vergleich: Der Anteil jener Medikamente, die chronisch kranken Menschen verordnet, aber von diesen nicht eingenommen werden, wird in internationalen Studien auf 20 bis 50 Prozent geschätzt und liegt damit um das bis zu Zehnfache höher.

Welche Vorteile hat die Versorgung mit Hörgeräten?

Von Hörminderung Betroffene und ihre Angehörigen profitieren von einer frühzeitigen Versorgung mit Hörsystemen. Das sind die wichtigsten Vorteile:

  • Deutliche Verbesserung der sozialen Beziehungen
  • Mehr Lebensqualität für Betroffene und für die Menschen, die mit ihnen zusammenleben
  • Mehr Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl
  • Bessere Hörfähigkeit am Arbeitsplatz
  • Höheres geistiges Wohlbefinden
  • Mehr Sicherheit im Straßenverkehr
  • Weniger Müdigkeit am Abend und bessere Schlafqualität

Hörgeräte verbessern bei vielen Befragten das soziale Leben enorm und erhöhen die Sicherheit und das Selbstvertrauen. Wer mit Personen in einem Haushalt lebt, die ihre Hörminderung nicht haben versorgen lassen und keine Hörgeräte nutzen, weiß, wie sehr die Kommunikation darunter leiden kann. Um so deutlicher ist die Verbesserung der sozialen Beziehungen, wenn der oder die betroffene Person Hörgeräte trägt. Das berichten 53 % der Befragten. Bei der Hörgeräteversorgung geht es deshalb nicht allein um die Verbesserung der Kommunikation und der Lebensqualität der Schwerhörigen selbst – sondern auch um die Menschen, mit denen sie zusammenleben.

Außerdem finden 95% der berufstätigen Hörgeräteträger ihre Hörhilfen am Arbeitsplatz nützlich. Gerade hier können die vielfältigen Optionen zur drahtlosen Vernetzung der Hörgeräte mit dem Smartphone, Telefon oder Computer hohen Nutzen stiften. Dass Hörgeräteträger im Durchschnitt zufriedener und erfolgreicher im Beruf sind, als unversorgte Hörgeminderte und seltener Frühverrentung und Teilzeit-Tätigkeit in Anspruch nehmen, sind Ergebnisse einer Studie der britischen Prof. em. Bridget Shield.

Hörgeräte bringen mehr Mobilität und Sicherheit

71 % der Hörgeräteträger fühlen sich in städtischen Umgebungen sicherer, seit sie Hörgeräte nutzen. Jeweils 66 % finden, dass sie mehr Sicherheit beim Autofahren und auch beim E-Biken haben, seit sie ihre Umgebung und den Verkehr dank Hörgerät besser wahrnehmen.

Schließlich sagen 59 % der Hörgeräteträger, dass sie sich schon früher mit einem Hörgerät hätten versorgen lassen sollen, um von den zahlreichen Vorteilen zu profitieren.

Zögern Sie also nicht und machen Sie bald einen Hörtest. Besonders ab 50 Jahren nimmt die Hörleistung oft schleichend ab. Einen passenden Hörakustiker in Ihrer Nähe finden Sie in unserer Akustiker-Suche.

Informieren Sie sich und erfahren Sie mehr über die Details und Ergebnisse der EuroTrak Hörstudie 22.

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