Erfolgreicher Fechter – mit Cochlea-Implantat

Erfolgreicher Fechter – mit Cochlea-Implantat

Der zweimalige deutsche Meister im Fechten berichtet über seinen Sport

Mit Hörschwäche und dank Cochlea-Implantat – Jonas Enzmann aus Leipzig blickt schon mit 17 Jahren auf eine beeindruckende sportliche Karriere zurück.

Traineranweisungen, Gegnerbewegungen außerhalb des Blickfeldes, Zurufe von Mannschaftskameraden oder die Kommandos des Schiedsrichters – ein funktionierendes Gehör ist für sportlichen Erfolg oft von entscheidender Bedeutung. So auch für den Degenfechter Jonas Enzmann aus Leipzig. Der 17-jährige ist von Geburt an fast taub. Aufgefallen ist den Eltern die Gehörlosigkeit ihres Sohnes bei einem Kirchbesuch. Eine ungewöhnlich laute Orgel sorgte bei den Gottesdienstbesuchern für kollektives Erschrecken, ließ den fast 1-jährigen Jonas aber völlig kalt. Nach darauffolgenden Untersuchungen erhielt er im Alter von 12 Monaten ein erstes Nucleus Cochlea-Implantat (Cl) – das Zweite folgte mit 6 Jahren.

Mit Cochlea-Implantat zu sportlichen Erfolgen

Jonas besucht heute die 12. Klasse eines Sportgymnasiums in Leipzig und konnte schon früh Erfolge im Fechten feiern. Mehrfach war er Mitteldeutscher Meister und sächsischer Landesmeister im Florett- bzw. Degenfechten. Seine größten Erfolge waren der Gewinn der Deutschen A-Jugend-Meisterschaft im Mannschafts-Degenfechten 2016 sowie die Verteidigung des Mannschaftstitels 2017.

Ohne CI könnte er seinen Sport nicht ausüben, davon ist Jonas überzeugt: „Ich muss hören, wenn sich die Klingen der Waffen berühren, um zu wissen, dass ich pariert habe. Ebenso muss ich die Schritte des Gegners hören und die Kommandos des sogenannten Obmanns, also des Schiedsrichters. Das alles geht nur mit den CI. Ohne meine Hörimplantate könnte ich nicht erfolgreich fechten.“ Eine Einschränkung empfindet Jonas durch die Implantate übrigens nicht: „Die Hörgeräte haben keinen großen Einfluss aufs Fechten. Ich höre damit ganz normal.“

Frühzeitiges Handeln ist entscheidend

Andere Betroffene berichten von einer verzerrten oder blechernen Geräusch-Übertragung durch das CI. Dass Jonas so gut mit den Implantaten zurechtkommt, ist kein Zufall. Verschiedene Studien belegen, dass die Dauer des Hörverlustes einen großen Einfluss darauf hat, wie gut Patienten mit einem CI hören können. Indem der Eingriff unmittelbar nach der Geburt durchgeführt wurde, konnte sich Jonas optimal darauf einstellen.

Auch im Erwachsenenalter werden mit dem CI gute Erfolge erzielt, wenn der Hörverlust nicht zu weit zurückliegt. „Es ist daher wichtig, dass Betroffene umgehend handeln, wenn ein Hörgerät keinen ausreichenden Nutzen mehr bringt“, bestätigt Patrick D`Haese, Experte für Cochlea-Implantate bei MED-EL Medical Electronics, mit dem wir in diesem Artikel dazu gesprochen haben, wann der Einsatz eines CIs sinnvoll ist.

Während seines Schülerpraktikums bei einem Leipziger Akustiker wuchs in Jonas übrigens der Wunsch anderen hörgeschädigten Menschen zu helfen. Seit diesem Zeitpunkt vor knapp zwei Jahren möchte er den Beruf des Hörakustikers ergreifen.

Wie funktioniert ein Cochlea-Implantat (CI) überhaupt? Das CI wird in die Hörschnecke eingesetzt und übernimmt die Funktion der beschädigten Teile des Innenohrs – der sogenannten Cochlea.  Ein neuer Hörtest kann zudem das Sprachverständnis mit Implantat vorhersagen.

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