Der Ton macht die Musik

Der Ton macht die Musik

Wie unsere Stimme das Gesagte beeinflussen kann

Unsere Stimme kann oft mehr aussagen als das Gesagte selbst. Warum wir genau hinhören sollten und wie wir unsere eigene Stimme gezielter einsetzen können.

Wohl jeder hat schon einmal den Satz „Der Ton macht die Musik“ gehört. Und tatsächlich steckt auch etwas Wahres dahinter: Denn häufig ist nicht nur wichtig, WAS gesagt wurde, sondern vielmehr, WIE. In der Regel ist uns selbst dabei gar nicht bewusst, wie unsere Stimme klingt. Doch achten wir genau darauf, können wir mit unserer eigenen Stimme großen Einfluss darauf nehmen, wie das Gesagte von den Menschen um uns herum wahrgenommen wird.

Unsere Stimme in Szene setzen

Bereits in unserem Artikel „Die Macht der Stimme“ haben wir Ihnen nähergebracht, wie unsere Art zu sprechen auf andere wirken kann und auf welche Charaktereigenschaften sie schließen lässt. So wirkt beispielsweise eine tiefe Stimme meist seriös, selbstbewusst und vertrauenswürdig, während eine piepsige Stimme meist kindlich und schüchtern wirkt. Aber genau das können wir gezielt für uns nutzen!

Befinden wir uns beispielsweise in einem wichtigen Bewerbungsgespräch und versuchen den potenziellen Arbeitgeber von uns zu überzeugen, kann uns eine tiefe Stimmlage dabei helfen, selbstsicher und kompetent zu wirken. Aber auch in den einfachsten Alltagssituationen ist die Stimmlage und Sprechweise entscheidend. Sollte der Gesprächspartner mal nicht richtig zuhören und abschweifen, neigt man schnell dazu, mit scharfer Stimme ein „Hey! Hörst du mir eigentlich zu?!“ auszurufen − und das zu Recht! Denn mit einer scharfen Stimme macht man auf sich aufmerksam.

Auf der anderen Seite kann auch eine sanfte Stimme Vorteile mit sich bringen. Stellen wir uns vor, eine Frau versucht, ihren geliebten Mann für sich zu gewinnen und ihn vom Besuch ihres Lieblingsrestaurant zu überzeugen. Ein leicht klingendes „Schatzi, wollen wir nicht lieber …“ hat schon wahre Wunder bewirkt.

Ein weiteres Beispiel: Ein besorgter Vater versucht, seinem Sohn ein schlechtes Gewissen einzureden, da dieser seine Hausaufgaben nicht gemacht hat. Natürlich könnte der Vater in dieser Situation die Stimme erheben und sein Kind anschreien, doch spricht er langsamer und mit gedämpfter Stimme, wirkt er traurig und appelliert so an das Mitgefühl seines Kindes. Und schwupps sind die Hausaufgaben am nächsten Tag gesichert.

Die Königsdisziplin: Notlüge

Lügen ist, wie jeder weiß, etwas, das man definitiv vermeiden sollte. Doch sind wir ehrlich: Jeder von uns hat sicher schon einmal die ein oder andere Notlüge verwendet, beispielsweise beim Verheimlichen einer Überraschungsparty oder als Reaktion auf ein misslungenes Geschenk. Doch worin unterscheidet sich eine gute von einer schlechten Notlüge? Der Durchschnittslügner spricht während einer Lüge meistens schneller und mit höherer Stimme als gewöhnlich, denn er fühlt sich schuldig oder hat Angst, ertappt zu werden. Wenn Sie also das nächste Mal Menschen von Ihrer Notlüge überzeugen wollen, sollten Sie definitiv mit fester und ruhiger Stimme sprechen.

Mechanik mit Feingefühl

Mit der kraftvollen Stimme können wir also unsere Zuhörer motivieren, begeistern, überzeugen und auf uns aufmerksam machen. Dies setzt voraus, dass in unserem Körper eine Vielzahl von Organen und Systemen gut zusammenspielen.

Unsere Stimme ist ein Geräusch unserer schwingenden Stimmlippen. Diese befinden sich im Kehlkopf am oberen Ende der Luftröhre und sind 1,5 bis 2 Zentimeter lang. Möchten wir nun einen Ton erzeugen, schieben sich unsere Stimmlippen zusammen und versperren so der Atemluft den Weg. Die Stimmlippen beginnen zu schwingen. Hinzu kommt, dass Rachen, Nase und Mund als Resonanzkörper wirken und so den Klang der Stimme formen und verstärken.

Bezogen auf den gezielten Einsatz unserer Stimme gilt also: Wenn wir einen lauten Ton erzeugen möchten, pressen wir einen starken Luftstrom gegen die Stimmlippen, wohingegen wir bei einem leisen Ton nur einen schwachen Luftstrom fließen lassen.

Möchten wir an unserer Tonhöhe etwas ändern, lässt sich dies über die Schwingfrequenz regeln. Bei tiefen Tönen ist die Schwingfrequenz niedrig und unsere Stimmlippen bleiben recht locker. Bei hohen Tönen schwingen unsere Stimmlippen umso rascher.

Übung macht den Meister

Unsere Stimme lässt sich trainieren! Wer also nach einer bewussten und gezielten Sprechweise strebt, kann sich diese mit regelmäßigem Training aneignen. Aber Achtung: Auch Stimm-Meister sind nicht vom Himmel gefallen. Beim ersten Mal sollten Sie nicht verzweifeln, denn beim dritten Mal klappt es bestimmt.

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