Schwerhörigkeit behandeln – Demenz vorbeugen

Hörgeräte verringern das Risiko einer Demenz-Erkrankung deutlich

Menschen mit Schwerhörigkeit haben ein höheres Risiko, an Demenz zu erkranken. Das zeigen mehrere Studien: Zum Beispiel untersuchten britische Forscher neun Demenz-Ursachen (Livingston et al. 2017). Demnach ist bei Menschen mittleren Alters Hörverlust für rund neun Prozent des Risikos verantwortlich. Hörverlust ist der bedeutendste potentiell beeinflussbare Faktor, noch vor mangelnder Bildung, Rauchen, Depressionen, zu wenig Sport und sozialer Isolation. Wissenschaftler an der Johns Hopkins School of Medicine in den USA haben außerdem herausgefunden, dass Menschen mit unbehandeltem Hörverlust bis zu fünf Mal häufiger Demenz entwickeln (Lin 2011).

Die gute Nachricht lautet: Hörgeräte können diese Entwicklung abmildern. So ergaben bereits zwei Studien, dass die Verwendung von Hörhilfen die geistigen Fähigkeiten erhöht (z.B. Dawes et al., 2015). Dies gilt unabhängig von sozialer Isolation oder Depressionen. Daher ist der positive Effekt der Hörgeräte direkt auf die Verbesserung des Hörvermögens zurückzuführen.  Auch dem Risiko, im Alter für die Bewältigung des Alltags von anderen Menschen abhängig zu werden, wirken Hörgeräte entgegen (Amieva et al. 2018).

Kausale Zusammenhänge von Schwerhörigkeit und Demenz noch unklar

Die genauen Zusammenhänge von Schwerhörigkeit und Demenz sind jedoch noch unklar. Eine mögliche Demenz-Ursache sind die schwächeren akustischen Signale durch die Schwerhörigkeit. Wenn das Gehirn über längere Zeit bestimmte Höreindrücke nicht mehr empfängt, verlernt es ihre Bearbeitung – damit steigt das Demenz-Risiko. Ebenso könnte auch die dauernde Belastung und Konzentration auf das Hören zu einer Vernachlässigung anderer Hirnfunktionen führen. Schwerhörige Menschen, die ein Hörgerät tragen, haben dagegen nachweislich das gleiche kognitive Niveau wie normal hörende Personen.

Regelmäßige Hörtests zur Prävention von Schwerhörigkeit

Entsprechend empfehlen Experten einen regelmäßigen Hörtest. Das gilt auch schon für jüngere Menschen, bei denen das Thema Demenz sehr weit weg erscheint. Denn während bei den 14- bis 19-Jährigen noch 99 Prozent gut hören, sind es bei den 30- bis 39-Jährigen nur noch 95 Prozent und den 50- bis 59-Jährigen 75 Prozent. Etwa 24.000 Menschen in Deutschland sind bereits vor ihrem 65. Geburtstag von Demenz betroffen. Eine unbehandelte Schwerhörigkeit kann dabei eine früher einsetzenden Demenz-Erkrankung beeinflussen. Frühzeitig einen HNO-Arzt oder Hörakustiker aufzusuchen hilft daher nicht nur, das Hörvermögen auch im Alter zu erhalten. Wird eine Schwerhörigkeit behandelt, bleiben Betroffene im Alter geistig fitter und erhalten ihre Lebensqualität.

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