Der richtige Ton macht den Treffer

Der richtige Ton macht den Treffer

Blinde Biathleten setzen auf ihr Gehör

Blinde Biathleten kommen dank ihres Gehörs nicht nur sicher durch die Loipe, sie sind auch besonders zielsicher, wenn sie den richtigen Ton treffen.

Die blinde Biathletin Verena Bentele und ihr Begleitläufer Thomas Friedrich sind mit ihren Langlaufskiern in der Loipe unterwegs, Friedrich läuft vorne, Bentele hält sich hinter ihr. Am Schießstand angekommen, legt sich die Skiläuferin auf ihre Matte, nimmt ihr Gewehr in die Hand und trifft sicher die 28 Millimeter großen Zielscheiben in zehn Meter Entfernung. Nach insgesamt 7,5 Kilometern und zwei Durchgängen im Schießen läuft sie als Siegerin über die Ziellinie und gewinnt bei den Paralympics in Vancouver 2010 ihre insgesamt 12. Goldmedaille. Verena Bentele ist von Geburt an blind und hat ihre außergewöhnlichen sportlichen Leistungen nicht nur ihrer körperlichen Fitness und mentalen Stärke zu verdanken, sondern auch ihren Ohren.

Das Gehör als Kompass in der Loipe

In der Loipe werden die blinden Sportler von ihrem sehenden Begleitfahrer gesteuert. Sie fahren in der Regel etwa zwei Meter vor dem Athleten und geben kontinuierlich Informationen über die Streckenführung weiter. Ein „hopp“ kann für eine Gerade stehen und mit „links“ oder „rechts“ und einer Zahl, werden die Skifahrer durch die Kurve geleitet. Dabei richten sich die Zahlen nach dem Ziffernblatt einer Uhr, so dass die blinden Sportler mit Hilfe ihres Gehörs abschätzen können, wie die Kurve in etwa verläuft.

Greller pausenloser Ton markiert das Ziel

Und auch am Schießstand verlassen sich die blinden Schützen ganz auf ihr Gehör. Anders als bei sehenden Biathleten hat das Gewehr weder Kimme, Korn noch Visier und geschossen wird auch nicht mit Patronen, sondern mit Infrarot. Gewehr und Zielscheiben sind miteinander verbunden. Zielen die Sportler auf die Zielscheibe ertönt ein Ton, der immer höher und konstanter wird, je näher das Ziel kommt. Ist ein greller, pausenloser Ton zu hören, hat der Schütze das Ziel bestmöglich anvisiert und drückt ab. Ein hohes Klingeln bestätigt den Treffer. Wird die Zielscheibe verfehlt, erklingt ein dumpfes „bööb“.

Blinde Menschen hören mehr

Verschiedene Untersuchungen haben gezeigt, dass Blinde die Geräusche in ihrer Umwelt differenzierter wahrnehmen, besser lokalisieren und Tonfrequenzen besser heraushören können. Nicht nur interessant, sondern auch sinnvoll, denn Blinde müssen sich in vielen Situationen ganz und gar auf ihre Ohren verlassen und sind deshalb umso mehr auf einen ausgeprägten Hörsinn angewiesen. Es ist somit möglich unser Gehör zu trainieren, wenn wir es in besonderem Maße benötigen – das gilt nicht nur für Blinde, sondern beispielsweise auch für Berufsmusiker.

Sollten Sie an Ihrem eigenen Hörvermögen Defizite feststellen, wird es Zeit für einen Hörtest beim Hörakustiker oder HNO-Arzt. Eine erste Einschätzung bietet Ihnen auch unser Online-Hörtest.

Auch bei sehenden Wintersportlern spielt das Gehör eine entscheidende Rolle. Mehr dazu lesen Sie in unserem Beitrag „Hörakustik im Wintersport“.

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