Unterschätzte medizinische Revolution – Hörimplantate

Unterschätzte medizinische Revolution – Hörimplantate

Robert Wellisch kann dank Hörimplantat wieder hören und arbeiten

Schon als junger Mann verliert Robert Wellisch Stück für Stück sein Gehör bis er schließlich fast völlig ertaubt. Heute hört er, dank seiner Mittelohrimplantate, wieder sehr gut.

Auf einen Blick

  • Robert Wellisch gibt trotz Schwerhörigkeit nicht auf
  • Wieder hören mit Mittelohrimplantaten
  • Häufige Mittelohrentzündungen können zu schleichendem, starkem Hörverlust führen
  • Nicht mehr hören ist kein guter Weg, sondern eine Sackgasse!

Als seine Hörgeräte schließlich ihren Dienst versagen, hörte Robert Wellisch praktisch nichts mehr. Aufgeben kam aber gar nicht in Frage und so hatte er viele Jahre nur das Ziel endlich wieder hören zu können. Seiner eigenen Hartnäckigkeit und der medizintechnischen Revolution des Mittelohrimplantats ist es zuzuschreiben, dass er mittlerweile genau das kann: Dank Hörimplantat wieder hören.

Soziale Isolation durch schleichenden Hörverlust

Vermutlich waren die Mittelohrentzündungen, unter denen Robert Wellisch als Kind häufig litt, die Ursache für seinen späteren Hörverlust. „Damals war es einfach nicht so populär zum Arzt zu gehen. Man hat sich mit alten Hausfrauenrezepten beholfen“, erinnert sich der heute 55-Jährige. Als junger Erwachsener traten die Mittelohrentzündungen bei ihm schließlich nicht mehr auf. Doch fast zeitgleich zeigten sich bei Robert die ersten Hörprobleme – die mit der Zeit immer mehr zunahmen, bis hin zu einer starken Schwerhörigkeit.

Robert Wellisch
© Robert Wellisch

Mit 42 Jahren wollte Robert sich noch einmal beruflich verändern: Eine Weiterbildung zum Fachlageristen war sein Wunsch. Allerdings hörte er zu diesem Zeitpunkt so schlecht, dass es für ihn ohne Hörhilfen unmöglich gewesen wäre, die Ausbildung zu absolvieren. Er vereinbarte einen Termin bei einem HNO-Arzt, der seinen eigenen Verdacht bestätigte und Robert mit Hörgeräten versorgte.

Das half sehr, doch nicht wirklich langfristig. Denn die kontinuierliche Verschlechterung seines Gehörs ließ sich nicht aufhalten. Seine Schwerhörigkeit nahm leider mit der Zeit zu. „Wenn zu viele Leute auf einmal sprachen, konnte ich niemanden mehr richtig verstehen. Das führte dann oft zu peinlichen Missverständnissen.

Hinzu kam, dass mein Umfeld zwar einerseits sehr verständnisvoll war, andererseits aber auch zunehmend genervter, wenn ich Dinge nicht auf Anhieb richtig hörte – und so habe ich dann irgendwann einfach gar nichts mehr gesagt, um diesen unangenehmen Situationen auszuweichen“, so der Familienvater.

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„Es ist unser Ziel, Menschen hörend zu machen“

Wenn Hörgeräte nicht mehr helfen, gibt es dennoch eine Möglichkeit für Menschen mit einer hochgradigen Schwerhörigkeit wieder zu hören: durch das Einsetzen eines Cochlea-Implantats (CI).

Ein Horchie für den kleinen Philipp

Schwerhörigkeit bei Kindern ist nicht so selten, wie man denkt. Sie kann gravierende Folgen für die Entwicklung des Sprachvermögens und des gesamte Sozialverhaltens haben. Zum Glück gibt es kindgerechte Hörsysteme.

„Ich und schwerhörig?!”

Im Alltag wird man oft mit Situationen konfrontiert, in denen die Person gegenüber einen nicht direkt versteht. Bewusstes Ignorieren oder vielleicht doch ein verstecktes Problem?

Nicht mehr Hören und einfachen Aufgeben? – Niemals!

Aber Robert beschloss nicht einfach aufzugeben: „Ohne meinen Hörsinn fühlte ich mich derart amputiert, dass ich wusste, es muss etwas passieren.“ Die Uniklinik Tübingen, an die der mittlerweile 53-Jährige schließlich überwiesen wurde, diagnostizierte bei ihm eine Schwerhörigkeit von 70 Prozent auf beiden Ohren. Dort wurde er auch über die Möglichkeit der Behandlung mit einem Hörimplantat aufgeklärt. Kurzerhand entschied er sich für eine Implantation und eine Woche später lag er auf dem OP-Tisch, um sein linkes Ohr versorgen zu lassen.

Die Operation verlief reibungslos und wenige Tage später durfte er das Krankenhaus verlassen. Doch jetzt musste er erstmal drei Wochen bis zu seiner Erstanpassung warten, die zeigen würde, ob die Operation erfolgreich war. „Die paar Wochen haben sich angefühlt wie ein halbes Jahr. Ich war so nervös, ob auch alles funktionieren würde“, erinnert er sich.  Als es endlich so weit war und der Audioprozessor das erste Mal eingeschaltet wurde, konnte Robert auf seinem linken Ohr dank Hörimplantat wieder hören – und zwar alles.

Zurück in der Welt der Klänge und Töne machte er schnell Fortschritte. „Jetzt musste ich meinem Umfeld sogar sagen, dass es bitte leiser sprechen sollte“, so Robert lachend. Voller Euphorie blickte er der zweiten Operation an seinem rechten Ohr entgegen.

Ein kleines medizinisches Wunder – ein ertaubtes Ohr hört wieder

Doch ein Schlaganfall änderte zunächst alles. Denn obwohl er sich von dessen Folgen gut erholte, verlor Robert sein Gehör auf der rechten Seite vollständig. Doch er gab nicht auf. Und so lag er wenige Monate später wieder auf dem OP-Tisch. Der kleine Eingriff verlief erneut ohne Komplikationen. Und was dann passierte, das beschrieben sogar seine Ärzte als kleines medizinisches Wunder: „Bei der Erstanpassung konnte ich eine Stecknadel fallen hören. Etwas, das niemand für möglich gehalten hätte.“

Seitdem hat sich vieles für Robert geändert. Dank Hörimplantat wieder hören zu können, ermöglichte ihm, seine Ausbildung zum Fachlagerist erfolgreich abzuschließen. Und auch seinem Nebenjob und ‚Hobby‘, dem Taxifahren, kann er nun wieder nachgehen.

Auch Michael Schwaninger trägt Hörimplantate. Wie er wieder hörend Musik erlebt und neuen Lebensmut und -schwung bekam, lesen Sie hier.

 

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