Mit gesundem Gehör durch den Herbst

Mit gesundem Gehör durch den Herbst

Tipps gegen Mittelohrentzündung und Herbst-Blues

Das nasskalt trübe Wetter der vergangenen Tage lässt keinen Zweifel: Der Herbst ist da. Wir verraten, wie Sie Ihre Ohren am besten schützen – und erklären, wie Sie gesund und aktiv durch den Herbst kommen.

Auf einen Blick

  • Schützen Sie Ihre Ohren an kalten Tagen mit Mütze, Stirnband oder Ohrenschützern.
  • Trocknen Sie Ihre Ohren nach dem Schwimmen oder Duschen sorgfältig mit einem Fön.
  • Verzichten Sie bei Spaziergängen auf Ohrschmuck – Metall leitet Kälte besonders schnell und kühlt das Ohr aus.
  • Regen Sie die Durchblutung der Ohren mit einer Massage wieder an.
  • Überprüfen Sie Ihren Impfstatus, um infektiöse Mittelohrentzündungen vorzubeugen.

Buntes Herbstlaub, Kastanien, Nüsse, Pilze sammeln – keine Frage, der Herbst hat seine goldenen Seiten. Doch bei vielen markiert der Beginn der kalten Jahreszeiten auch oft den Startschuss in eine Krankheitsphase, in der eine Erkältung auf die nächste folgt. Vor allem Kinder laufen Gefahr, sich dabei eine Mittelohrentzündung einzufangen, wenn sie ihre Ohren bei nasskaltem Wetter nicht richtig schützen.

Woran erkennen Sie eine Mittelohrentzündung?

Ausgelöst wird eine Entzündung des Mittelohres meist von Bakterien oder Viren, die in Folge eines harmlosen Schnupfens aus dem Nasen-Rachen-Raum ins Ohr aufsteigen und dort die Schleimhaut entzünden. Dadurch kann das Trommelfell nur noch eingeschränkt in Schwingung versetzt werden und den Schall nicht mehr richtig weiterleiten. Typische Symptome einer akuten Mitteohrentzündung, die Mediziner Otitis media nennen, sind Ohrenschmerzen, Schwäche, Fieber, Kopfschmerzen und Druck im Ohr, manchmal auch Ohrgeräusche.

Besonders oft betroffen sind Kleinkinder, die in einer Kindertagesstätte oder Ähnlichem täglich Kontakt zu vielen anderen Kindern haben und vermehrt Krankheitserreger aufnehmen. Da eine unbehandelte Mittelohrentzündung schwerwiegende Folgen haben kann, sollten Eltern nicht zögern, sondern zu ihrem Kinder- oder einem HNO-Arzt gehen. Ebenso wenig sollten Erwachsene, die unter Ohrenschmerzen leiden, diese auf die leichte Schulter nehmen und sich untersuchen lassen. Andernfalls besteht die Gefahr, dass eine Mittelohrentzündung chronisch wird und zu einem Hörverlust führt. Deshalb ist es wichtig, jede akute Mittelohrentzündung unter ärztlicher Betreuung auszukurieren.

Diagnostiziert Ihr Arzt eine Mittelohrentzündung, setzt er meist Schmerzmittel und ein Antibiotikum zur Behandlung ein. In manchen Fällen lässt er die im Innenohr durch die Entzündung angesammelte Eiter-Flüssigkeit mithilfe eines Schnitts im Trommelfell ablaufen, um den Druck und die Schmerzen zu verringern. Bewährte Hausmittel, die die Heilung unterstützen, sind eine geschnittene Zwiebel, die man sich in einem Tuch ans Ohr hält. Die antibakterielle Wirkung der Zwiebel trägt zu einem schnelleren Abklingen der Entzündung bei. Gegen die oft sehr unangenehmen Schmerzen hilft die Bestrahlung des Ohrs mit einer Rotlichtlampe.

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So kommen Sie gesund durch die kalte Jahreszeit

Am besten beugen Sie einer Mittelohrentzündung vor, indem Sie Ihre Ohren an nasskalten, windigen Tagen mit einer Mütze, einem Stirnband, Ohrschützern, gepolsterten, ohrumschließenden Kopfhörern oder einer Kapuze warmhalten. Schutz durch Wärme ist für das empfindliche Gehör, das selbst über kein schützendes Fettgewebe verfügt, jetzt besonders wichtig, weil Kälte die Durchblutung in und an unserem Ohr reduziert. Dadurch setzen sich Bakterien und Viren leichter fest und verursachen im schlimmsten Fall eine schmerzhafte Mittelohrentzündung. Genau wie warme sind auch trockene Ohren weniger anfällig für Krankheitserreger. Deshalb sollten Sie Ihre Ohren nach dem Duschen, Baden, einem Schwimmbad- oder Saunabesuch am besten gründlich mit einem Fön trocknen, bevor Sie nach draußen gehen. Und so schön Ohrschmuck ist – legen Sie Ihre Ohrringe lieber ab, wenn Sie zu einem ausgedehnten Spaziergang aufbrechen. Denn das Metall nimmt Kälte besonders schnell auf, sodass Körperstellen, die damit in Kontakt kommen, rasch auskühlen. Bemerken Sie erst nach Ihrer Rückkehr zuhause im Warmen, dass Ihre Ohrmuscheln unterkühlt und fast taub geworden sind, können Sie die Durchblutung mit einer Massage wieder anregen. Impfungen beugen zudem einer Mittelohrentzündung durch Pneumokokken vor.

Um möglichst gesund durch die kalten Jahreszeiten, in denen Bakterien und Viren Hochkonjunktur haben, zu kommen, hilft es zudem, sein Immunsystem durch folgende Maßnahmen zu stärken:

  1. ausgewogene, vitaminreiche Ernährung
  2. Spaziergänge an der frischen Luft regen die Durchblutung an – auch in den Ohren
  3. überheizte Räume und Zigarettenrauch meiden

Herbsttief – oder stecken Hörprobleme hinter dem Blues?

Nicht nur der Körper, auch unsere Psyche reagiert oft empfindlich auf die kälteren, dunkleren Monate. Die nachlassende Sonnenkraft und die kürzer werdenden Tage drücken im Herbst bei vielen Menschen auf die Stimmung. Eine Ursache für Depressionen, so das Ergebnis einer Studie der US-amerikanischen Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health, können allerdings auch Hörprobleme sein, die nicht behandelt werden. Die Wissenschaftler haben herausgefunden, dass das Depressionsrisiko bei Senioren mit einem unversorgten Hörverlust um 40 Prozent höher ist als ohne Hörprobleme. Auch die Gefahr, an Demenz zu erkranken, einen Schlaganfall oder Herzinfarkt zu erleiden und das Sturzrisiko ist deutlich größer, wenn man im Alter schlecht hört und trotzdem kein Hörgerät trägt. In der über zehn Jahre angelegten Untersuchung gab es 6,9 Prozent mehr diagnostizierte Depressionen, bei Menschen mit Hörminderung, die kein Hörgerät trugen, als bei Menschen ohne Hörverlust. Für die Studie hatten Wissenschaftler der Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health Daten einer groß angelegten Gesundheitsuntersuchung mit über 150.000 Teilnehmern über 50 aus den Jahren 1999 bis 2016 analysiert.

Gesundheitliche Vorteile der Hörgeräteversorgung

  • Nachweislich geringeres Risiko an Depression oder Demenz zu erkranken
  • Teilnahme am sozialen Leben, von Gesprächen über Telefonate bis hin zu Kino- & Theaterbesuchen
  • Geringeres Sturz-Risiko im Alter durch funktionierenden Gleichgewichtssinn
  • In der Summe eine höhere Lebensqualität durch Vitalität und kognitive Leistungsfähigkeit

Je schlechter man hört, desto größer des Depressionsrisiko

Eine weitere Studie belegt, dass sich die Symptome einer Depression mit zunehmender Stärke des Hörverlusts verschlechtern. Demnach steigt das Depressionsrisiko um den Faktor 1,44 pro 20 dB Hörverlust. Im Vergleich zu Menschen ohne unversorgte Hörprobleme ist die Gefahr einer Depression um 1,81 größer mit einer geringgradigen Schwerhörigkeit, um 2,38 bei einer mittelgradigen Schwerhörigkeit und bei an Gehörlosigkeit grenzender Schwerhörigkeit 4,3-mal so hoch wie bei Menschen, die ohne Hörgerät gut hören.

Um diesen und weiteren gravierenden gesundheitlichen Folgen vorzubeugen, gibt es ein einfaches Mittel: Machen Sie bei einem Hörakustiker oder HNO-Arzt in Ihrer Nähe einen professionellen Hörtest und gleichen Sie eine nachlassende Hörfähigkeit mit Hörgeräten aus, sodass Sie gar nicht erst Gefahr laufen, aufgrund von Hörproblemen an einer Depression zu erkranken. Die Versorgung einer Schwerhörigkeit mit Hörgeräten senkt zudem nachweislich das Risiko zu stürzen und an Demenz zu erkranken. Zu den gesundheitlichen Aspekten erleben Hörgeräte-Träger außerdem zahlreiche soziale und berufliche Vorteile und erhöhen durch den Ausgleich ihres Hörverlusts, ihre Vitalität, kognitive Leistungsfähigkeit und ihre Lebensqualität.

Leiden Sie oder Ihre Kinder in den kalten Jahreszeiten häufig an Mittelohrenzündungen? Hier haben wir alles rund um Prävention, Ursachen, Symptome und Behandlung dieser häufigen Kinderkrankheit für Sie zusammengefasst: Kinderkrankheit Mittelohrentzündung

 

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