Bimodales Streaming mit Hörgerät und Cochlea-Implantat

Bimodales Streaming mit Hörgerät und Cochlea-Implantat

Was bedeutet „bimodal“? „Bi“ steht für zwei, „modal“ für Modus – also zwei Arten der Schallaufnahme. Beim bimodalen Hören werden zwei unterschiedliche Hörsysteme kombiniert: ein Cochlea-Implantat (CI) auf der einen Seite und ein Hörgerät auf der anderen. Diese Kombination kommt häufig bei beidseitiger Schwerhörigkeit zum Einsatz, wenn das Hörvermögen oder Sprachverständnis auf einem Ohr deutlich eingeschränkt ist, aber dennoch beide Ohren stimuliert werden sollen. Das Ziel: ein ausgewogenes, räumliches Hören und ein besseres Sprachverständnis – besonders in komplexen Hörsituationen.

Wer ein Cochlea-Implantat (CI) auf einem Ohr und ein Hörgerät auf dem anderen trägt, kennt das Problem: Beim Streaming läuft der Ton häufig nicht synchron, Klangdetails gehen verloren und Gesprochenes wirkt unnatürlich. Viele Betroffene fragen sich, wie sich diese Unterschiede ausgleichen lassen, besonders beim Telefonieren oder Musikhören mit dem Smartphone.

Hörimplantate-Hersteller bieten hier neue Technologien an, die beide Systeme perfekt miteinander verbinden. Wir erklären Ihnen, wie bimodales Streaming funktioniert, warum Synchronität entscheidend ist und wie moderne Hörsysteme den Höralltag spürbar erleichtern.

Bimodales Streaming beschreibt das gleichzeitige Übertragen von Audiosignalen, etwa vom Smartphone, an zwei unterschiedliche Hörsysteme: ein Cochlea-Implantat auf der einen und ein Hörgerät auf der anderen Seite. Ziel ist ein einheitliches, ausgewogenes Klangbild.

Warum es vorteilhaft ist, synchron zu hören

Synchrones Hören ist für bimodal versorgte Nutzer besonders wichtig, weil CI und Hörgerät nur dann ein harmonisches und natürliches Klangbild erzeugen können. Treffen die Audiosignale gleichzeitig am Cochlea-Implantat und am Hörgerät ein, wird Sprache klarer verstanden und Musik deutlich ausgewogener wahrgenommen. Gleichzeitig sinkt die Höranstrengung, da das Gehirn nicht mehr zwei zeitversetzte Signale ausgleichen muss. Auch die räumliche Orientierung profitiert davon: Geräusche lassen sich besser einordnen, was im Alltag für mehr Sicherheit und Komfort sorgt. Insgesamt entsteht ein Hörerlebnis, das dem natürlichen Hören deutlich näher kommt und für viele Betroffene spürbare Entlastung bedeutet.

Darum wird bimodales Hören im Alltag oft zur Herausforderung

Beim kombinierten Einsatz von Cochlea-Implantat und Hörgerät entstehen im Alltag häufig Probleme, weil beide Systeme Schall unterschiedlich schnell verarbeiten. Dies führt besonders beim Streaming zu Echo-Effekten, Verzerrungen und einem ausgewogenen Klangbild. Nutzer erleben dadurch unter anderem unnatürliche Stimmen in Video Calls, keine gute Musikwiedergabe und eine erschwerte räumliche Orientierung. Das Gehirn muss die unterschiedlichen Signale beider Ohren ausgleichen, was das Hören anstrengender macht und die kognitive Belastung erhöht. Bimodales Streaming kann diese Unterschiede harmonisieren und so ein natürlicheres Hörerlebnis ermöglichen.

Praktische Maßnahmen für besseres bimodales Hören

Für ein möglichst harmonisches bimodales Hörerlebnis können Betroffene selbst einiges tun. Neben der passenden Technik spielen regelmäßige Anpassungen und eine bewusste Nutzung der Hörsysteme im Alltag eine wichtige Rolle.

Diese Maßnahmen helfen, das Zusammenspiel von CI und Hörgerät zu verbessern:

  • Wenn Sie die neuesten Cochlea-Implantate z.B. von MED-EL nutzen, kommt Ihnen die neue DualSync™ Technologie zugute. Hier kooperieren der Hörgeräte Hersteller Starkey und MED-EL. Die Technologie stellt sicher, dass beide Hörsysteme (Hörgerät und CI) möglichst gleichzeitig streamen.
  • Kompatibilität: Apple-Geräte können nahtlos auf beide Hörsysteme streamen: den MED-EL Audioprozessor auf der einen Seite und das Starkey-Hörsystem auf der anderen. Apple erkennt beide Systeme als ein zusammengehöriges Paar. Bei Android-Geräten erfolgt die Verbindung über das weltverbreitete ASHA-Protokoll.
  • Feinanpassung beim Hörakustiker: Regelmäßige Anpassungen sorgen dafür, dass Lautstärke und Klangbalance optimal abgestimmt bleiben.
  • Hörsysteme richtig konfigurieren: Pairing, Streaming-Optionen und Lautstärkeanpassungen können viel Einfluss auf das Hörerlebnis haben. Lassen Sie sich von Ihrem Hörakustiker beraten.
  • Alltägliches Hörtraining: Das tägliche Tragen der Hörsysteme verbessert die Hörgewohnheit und unterstützt das Gehirn beim Ausgleich beider Systeme.
  • Apps einsetzen: Viele Hörsysteme bieten praktische Apps zur Steuerung und Kontrolle.
  • Rückmeldungen geben: Eigene Erfahrungen helfen dem Hörakustiker, Feinjustierungen gezielt vorzunehmen.

So optimieren Sie das Zusammenspiel Ihrer Hörsysteme

Moderne Cochlea-Implantate arbeiten mit hochpräziser Klangverarbeitung. Neben der Konnektivität ist das Elektrodendesign für das Hörergebnis entscheidend. Studien zeigen, dass längere, flexible Elektrodenträger eine möglichst vollständige Stimulation der Cochlea ermöglichen. Dies verbessert nicht nur die Sprachwahrnehmung, sondern auch das Musikerleben und das Wahrnehmen von Emotionen in der Stimme deutlich. Die Kombination aus CI-Technologie, moderner Elektrodendesign-Stimulation und optimierter Hörgeräteübertragung führt zu einem natürlicheren Klangempfinden.

Warum Hörakustiker für bimodales Hören unverzichtbar sind

Hörakustiker spielen eine zentrale Rolle bei der optimalen bimodalen Versorgung. Sie koordinieren die Einstellungen von CI und Hörgerät, testen die Synchronität, passen Klangprofile an und unterstützen bei der Gerätewahl. Für die Feinanpassung – speziell beim Streaming – ist ihre Erfahrung entscheidend.

In Deutschland stehen zahlreiche spezialisierte HNO-Ärzte und Hörakustiker bereit, um bimodale Hörsysteme-Träger zu beraten und technisch zu begleiten. HNO-Praxen und Niederlassungen von Hörakustikern in ganz Deutschland finden Sie in der Hörakustiker-Suche bzw. HNO-Arzt-Suche auf Ihr-Hoergeraet.de.

Bimodales Streaming kann das Hören enorm erleichtern, vorausgesetzt, CI und Hörgerät arbeiten perfekt synchron. Moderne Technologien sorgen dafür, dass zwei Hörsysteme Audiosignale exakt gleichzeitig empfangen. Alltagssituationen wie Telefonieren, Video Calls oder Musikhören werden deutlich verbessert. Machen Sie jetzt den ersten Schritt und lassen Sie sich bei einem Hörakustiker in Ihrer Nähe beraten.

FAQs

Was ist DualSync™ von MED-EL?

Die DualSync™ Technologie des Hörimplantat-Herstellers MED-EL in Kooperation mit dem Hörgeräte-Hersteller Starkey sorgt dafür, dass Cochlea-Implantate und Hörgeräte ein Audiosignal exakt gleichzeitig empfangen. Dadurch verschwinden Echoeffekte, Sprache wird klarer verstanden und Musik klingt harmonischer.

Welche Geräte sind kompatibel?

Mehrere CI-Hersteller und Hörgeräte-Hersteller bieten Hörsysteme an, die für bimodales Streaming kompatibel sind. Z.B. wie hier erwähnt, die neuesten CI-Audioprozessoren von MED-EL in Kombination mit ausgewählten Hörgeräten von Starkey.

Funktioniert bimodales Streaming auch mit Android?

Ja, bimodales Streaming funktioniert über das ASHA-Protokoll auch mit Android, jedoch technisch anders als bei Apple.

Was bringt synchrones Streaming?

Synchrones Streaming sorgt für ein natürlicheres Klangbild, weniger Höranstrengung und besseres Sprachverstehen.

Warum ist synchrones Streaming für CI- und Hörgeräteträger wichtig?

Bei asynchronem Streaming treffen zwei unterschiedlich verarbeitete Signale zeitversetzt auf das Gehirn, Sprache wirkt verzerrt, Musik unklar. Synchrones Streaming erleichtert die Verarbeitung, steigert das Sprachverstehen und reduziert die Höranstrengung deutlich.

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