Der 10. Welttag des Hörens

Der 10. Welttag des Hörens

„Hör nicht auf“ – Welttag des Hörens 2020

5,8 Millionen Erwachsene in Deutschland leben mit einem beeinträchtigenden Hörverlust, nur jeder Dritte unternimmt etwas dagegen. Der Welttag des Hörens sensibilisiert für einen guten Hörsinn.

Auf einen Blick

  • Am 03.März findet zum zehnten Mal der Welttag des Hörens statt
  • „Hör nicht auf“ lautet das diesjährige Motto
  • 12 Prozent der Bundesbürger halten ihre Hörfähigkeit für gemindert; nur 37 Prozent von ihnen tragen Hörgeräte (Quelle: EuroTrak Germany, 2018)
  • Eine Ausweitung der Hörgeräteversorgung trägt dazu bei, die Risiken von Folgeerkrankungen nachhaltig zu senken
  • Hörscreening ab dem 50. Lebensjahr für alle als Kassenleistung gefordert

Alleine in Deutschland leben ungefähr 3,8 Millionen Menschen Erwachsenen mit einem unbehandelten aber beeinträchtigenden Hörverlust. Die Folgen sind eine stetige Verschlechterung des Hörsinns und ein erhöhtes Risiko für Demenz und Depression. Aber auch im Straßenverkehr entstehen so Unfallgefahren. Denn unser Gehör spielt eine große, oft unterschätzte, Rolle in der Orientierung. Insgesamt entstehen durch unversorgte Hörminderungen jedes Jahr Kosten in Höhe von 185 Milliarden Euro in der Europäischen Union – 39 Milliarden Euro allein in Deutschland.

Der Welttag des Hörens klärt auf

Aus diesem Grund steht der 03. März zum 10. Mal ganz im Zeichen unserer Ohren: Unter dem Motto „Hör nicht auf!“ bündeln die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Bundesverband der Hörgeräte-Industrie (BVHI) zum Welttag des Hörens 2020 Aktionen und Informationen für alle gesellschaftlichen Gruppen. Das diesjährige Motto soll Hörgeschädigte motivieren, sich durch den Hörverlust nicht einschränken zu lassen und weiterhin aktiv zu sein. Niemand sollte aufgeben, das zu tun was er liebt, seine Leidenschaften auszuleben, sich sicher im Straßenverkehr zu bewegen und seine Umgebung zu hören. Eine weitere Empfehlung ist ein regelmäßiges Hörscreening (nicht nur, aber spätestens) ab dem 50. Lebensjahr.

Im Rahmen des Veranstaltungstages finden in Deutschland, Österreich und der Schweiz zahlreiche Events zum Thema Prävention und gutes Hören statt. Am Theaterplatz in Mainz setzt beispielsweise Oberbürgermeister Michael Ebling um 11:30 Uhr mit einem öffentlichen Hörtest ein wichtiges Zeichen für mehr Vorsorge. Die Clowndoktoren, die kranke Kinder in Kliniken mit ihren Sketchen aufmuntern, werden ihn dabei unterstützen.

In Regensburg kann man auf dem Haidplatz ähnliches erleben. Hier bitten die bayerischen Klinikclowns die Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer zum Hörtest. Außerdem ist die Fördergemeinschaft Gutes Hören mit einem Hörmobil vor Ort und bietet Aufklärung und kostenlose Hörtests zur Früherkennung von Hördefiziten.

Vielfältige Aktionen und Veranstaltungen machen den Welttag des Hörens 2020 zu einer ganzen Aktionswoche rund um gutes Hören und unseren Hörsinn. Auf der Aktionswebsite www.welttag-des-hoerens.de finden Sie die unterschiedlichen Veranstaltungen und können nach Events in Ihrer Stadt suchen. Schauen Sie doch gleich mal rein!

10 Jahre Welttag des Hörens

Dieses Jahr findet der Welttag des Hörens zum zehnten Mal statt. Er hat sich als wichtiger Aktions- und Informationstag etabliert. Zeit für einen kleinen Rückblick auf die vergangenen Jahre und ihre Themen.

2011 – Start in Deutschland mit dem BVHI

2011 wurde in Deutschland der nationale Tag des Hörens vom Bundesverband der Hörgeräte-Industrie ins Leben gerufen. Unter anderem gab es auf der IFA Berlin einen Fotowettbewerb, bei dem Messeteilnehmer zum Gesicht für den Tag des Hörens werden konnten.

 

2012 – Hör nicht auf, das zu tun, was du liebst!

Am Tag des Hörens 2012 fanden bereits zahlreiche Aktivitäten statt, die eindrucksvoll demonstrierten, dass Hören ein Erlebnis ist und Hörgeräte die Lebensqualität erhöhen. Dazu ein Zahl aus der EuroTrak Studie Deutschland 2018: 62 Prozent der schwerhörigen Europäer ohne Hörgeräte fühlen sich nach der Arbeit körperlich erschöpft – unter den Hörgeräteträgern sind es lediglich 39 Prozent.

 

2013 – Hör nicht auf, Karriere zu machen!

2013 fand bereits ein weltweiter Tag des Hörens statt. Kernthemen waren Beruf und Karriere, trotz Hörminderung. In diesem Kontext wurde auch die Studie „Hearing Loss – Numbers and Costs“ Studie veröffentlicht, die aufzeigte, dass schlechtes Hören am Arbeitsplatz das Risiko von Depression und Burnout erhöht. Deshalb: Hör Sie nicht auf, Karriere zu machen: Bleiben Sie fit und kommunikationsfähig im Job. Setzen Sie sich frühzeitig mit dem Thema Hörgesundheit auseinander und machen sie einfach einen Hörtest.

 

2014 – Erstattung

Das Ziel im Jahr 2014 war die Sensibilisierung der Gesellschaft für das Thema Hören und die Optimierung des eigenen Hörsinns. Dabei ging es in Deutschland unter dem Motto „Festbetrag und Versorgungswege“ um die Leistungen der Krankenkasse für die Versorgung mit Hörgeräten und weiteren Hilfsmitteln. Mehr zu den Erstattungsmöglichkeiten finden Sie hier.

 

2015 – Hör nicht auf aktiv zu sein!

Das Jahr 2015 stand ganz im Zeichen der Kommunikation und zwischenmenschliche Beziehungen. Hier wurde gezeigt wie wichtig es ist, seine Hörminderung versorgen zu lassen, um uneingeschränkt am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Menschen mit einer unversorgten Hörminderung fällt es schwerer, Gesprächen zu folgen, deshalb neigen sie dazu, Freunde zu vernachlässigen und sich zu isolieren.

 

2016 – Die Risiken

Aus dem Tag des Hörens wurde offiziell der globale Welttag des Hörens. In diesem Jahr klärten Fachärzte oder Hörakustiker über die Risiken einer nicht versorgten Hörminderung auf und führten kostenlose Hörtest durch. Wird eine Schwerhörigkeit frühzeitig erkannt, kann sie besser versorgt werden und das Risiko von Folgeerkrankungen wird minimiert.

 

2017 – Mehr Partner zeigen wie wichtig die Themen sind

Mit nunmehr 3.500 Partnern in Deutschland hatte sich die Anzahl der Unterstützer seit dem ersten Tag des Hörens nahezu verdoppelt, ein starkes Zeichen für die Wichtigkeit des Themas und dem Erfolg des Aktionstags. Immer mehr Menschen werden so über die Bedeutung des guten Hörens informiert und für das Thema sensibilisiert.

 

2018 – Warnung vor immer mehr Menschen mit Hörverlusten

In diesem Jahr stellte die WHO die weltweit drastisch ansteigende Zahl von Hörminderungen in den Fokus. Wegen der steigenden Weltbevölkerung und der zunehmenden Anzahl älterer Menschen werden immer mehr Menschen an Hörverlust leiden, wenn keine präventiven und behandelnden Maßnahmen dagegen eingeleitet werden. In Deutschland fanden unter dem Motto „Hören. Der Sinn deines Lebens“ zahlreiche Veranstaltungen statt.

 

2019 – Check your hearing

Letztes Jahr stand der Tag des Hörens unter dem weltweiten Motto „Check your hearing – Teste dein Gehör“. Erstmals beteiligten sich auch die Hörakustikerverbände in Österreich und in der Schweiz an der deutschsprachigen Kampagne. Gemeinsam klärten sie über Ursachen und Risiken von Hörminderungen auf und vermittelte Experten für eine optimale Versorgung schwerhöriger Menschen.

Bundesweit wurden durch die vielfältigen Aktionen und die daraus folgende mediale Berichterstattung knapp 31 Millionen Menschen erreicht. Außerdem organisierte die WHO vor dem Sitzungssaal im EU-Parlament einen Hörtest für Parlamentarier, um sie direkt auf die Problematik aufmerksam zu machen.

Verkehrssicherheit gefährdet – Hörscreening ab 50 gefordert

Neben der Wichtigkeit von frühzeitigen Hörtests, um uneingeschränkt am beruflichen und gesellschaftlichen Leben teilzunehmen, wird ein ganz wichtiger Punkt oft vergessen: Die Einschränkungen durch Hörminderungen im Straßenverkehr. Denn das Auge braucht bei der Orientierung Unterstützung vom Gehör, um beispielsweise Entfernungen richtig abschätzen zu können. Auch die Ortung von Geräuschen, wie Gegenverkehr oder Martinshorn, wird durch unser Ohr deutlich genauer als nur durch unsere Augen. Zur Vermeidung milliardenschwerer Folgekosten unversorgter Schwerhörigkeit und zur Reduzierung der Gefahren durch Schwerhörigkeit im Straßenverkehr fordern Hals-Nasen-Ohren-Ärzte, die europäischen Hörakustiker und der Bundesverband der Hörgeräte-Industrie (BVHI), dass reguläre Hörscreenings ab 50 in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen aufgenommen werden. „Ein solches Hörscreening könnte jeder Arzt mit einem einfachen Fragebogen durchführen, um Schwerhörende rechtzeitig zu identifizieren und adäquat zu versorgen“, sagt Dr. Stefan Zimmer, Vorstandsvorsitzender des BVHI.

Der Welttag des Hörens für Sie!

Nehmen Sie den Welttag des Hörens zum Anlass, sich vor Ort in Ihrer Stadt eingehend zu informieren und einen Hörtest zu machen. Auf der Aktionswebsite www.welttag-des-hoerens.de finden Sie nicht nur verschiedene Veranstaltungen, die anlässlich des Welttages geplant sind, sondern auch Wissenswertes rund um die diesjährige Kampagne. Schauen Sie doch gleich mal rein und finden Sie die richtige Aktion für sich.

Den Welttag des Hörens kann man nutzen, um einen sehr wichtigen Vorsatz für 2020 einfach umzusetzen. Das dauert nicht lange und bedarf keiner besonderen Anstrengung!

 

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