Tipps für CI Träger

Tipps, die den Alltag mit Cochlea-Implantat erleichtern

Ob mit dem Cochlea-Implantat (CI) Musik zu hören, zu telefonieren oder auch zu reisen, all das stellt für viele CI-Träger zunächst eine Herausforderung dar. Hier erhalten Sie Tipps, wie Sie im Alltag das meiste aus Ihrem Cochlea-Implantat herausholen.

Auf einen Blick

  • Wie gut hören Menschen mit Cochlea-Implantat?
  • Mit Hörübungen fit für den Alltag
  • Tipps, die den Alltag mit Cochlea-Implantat erleichtern
  • Unterstützung durch die HörPaten

Cochlea-Implantate sind kleine Wunderwerke der Technik, die den Schall direkt über den Hörnerv ins Gehirn transportieren. So werden die Haarsinneszellen in der Cochlea überbrückt, wenn diese den Ton durch starke Schädigung nicht mehr transportieren können. Das Gehirn muss nach der Implantation eines CIs erst erlernen, die „neuen“ elektrischen Impulse des Implantats zu verarbeiten.

Es bedarf einiger Zeit und vieler Hörübungen, bis die akustische Umgebung wieder differenziert wahrgenommen werden kann. Denn um das Gehör zu schulen, muss zunächst das Hörzentrum im Gehirn trainiert werden. Damit es gelingt das Hörzentrum entsprechend zu schulen, gibt es neben der Hörtherapie als Nachsorge der OP einige Tipps für den Alltag mit Cochlea-Implantat.

Mit Hilfe der neuen Smartphone-App AudioKey lassen sich die Einstellungen des Prozessors intuitiv und leicht bedienen (c) MED-EL
Mit Hilfe der neuen Smartphone-App AudioKey lassen sich die Einstellungen des Prozessors intuitiv und leicht bedienen (c) MED-EL

Fit für den Alltag – mit regelmäßigen Hörübungen

Direkt nach der Erstanpassung ist der Klang mit dem Cochlea-Implantat meistens sehr ungewohnt. CI-Träger müssen zunächst lernen, die alltäglichen Geräusche, Sprache und auch Musik zu erkennen und zu unterscheiden. Um das Gehör zu schulen, muss das Hörzentrum trainiert werden. Dabei ist es wichtig, den Audioprozessor möglichst viel zu tragen, um regelmäßig möglichst viele unterschiedliche Geräusche aufzunehmen. Um diese Höreindrücke zu sammeln, sollten Sie sich nicht nur in den unterschiedlichen Räumen in Ihrer Wohnung oder Ihres Hauses aufhalten, sondern auch in die Natur sowie in die Stadt gehen.

Darüber hinaus bieten sich Hörbücher oder das gezielte Hören von Radiobeiträgen an, um das Sprachverstehen zu schulen. Den Anfang erleichtern möglicherweise langsam gesprochene Nachrichten. Zudem gibt es heutzutage innovative Hörtrainings-Apps, mit denen CI-Träger ihr Gehör selbst trainieren können. Wichtig ist, dass Sie die Hörübungen – in welcher Form auch immer – kontinuierlich umsetzen.

Mit Cochlea-Implantat telefonieren

Die meisten CI-Träger sehnen sich danach, mit Cochlea-Implantat telefonieren zu können. Denn dies war ihnen in der Regel bis zu ihrer CI-Implantation überhaupt nicht (mehr) möglich. Nach einigem Training sind viele CI-Träger in der Lage, ohne jegliches Hilfsmittel mit marktüblichen Telefonen zu telefonieren.

Besonders am Anfang können die richtigen technischen Voraussetzungen das Telefonieren mit Cochlea-Implantat erleichtern. Verwenden Sie ein Telefon, dessen Tonspule und Mikrofon einem hohen Qualitätsstandard entsprechen. Zusätzlich können manche Telefone das Sprachsignal an die Telefonspule des Audioprozessors senden, dadurch ist es beispielsweise möglich, Hintergrundgeräusche herauszufiltern, so dass Sie sich besser auf die Stimme Ihres Gesprächspartners konzentrieren können.

Daneben gibt es noch weitere Möglichkeiten, Telefon und Audioprozessor miteinander zu koppeln, das Telefon sollte dafür unterschiedliche Anschlussoptionen besitzen. Eine Teleschlinge, die wiederum mit der Telefonspule des Audioprozessors kommuniziert, kann entweder über die Klinkerbuchse oder auch über Bluetooth mit dem Telefon verbunden werden. Üben Sie das Telefonieren zunächst mit engen Freunden oder Familienangehörigen, die Ihnen vertraut sind und mit denen Sie sich sicher fühlen. Mit der Zeit gelingt es sogar unterschiedliche Stimmen – etwa in Gruppentelefonaten – zu unterscheiden.

Wie hören Menschen mit Cochlea-Implantat?

Unsere Ohren erfassen Geräusche in Form von unsichtbaren Schallwellen und wandeln diese in Botschaften um, die unser Gehirn versteht. Leiden Menschen unter einem mittelgradigen oder an Taubheit grenzenden Hörverlust, können sie diese nicht mehr wahrnehmen – auch nicht mit einem Hörgerät. Dann kann ein Cochlea-Implantat helfen. Es ermöglicht das Hören, indem es Audiosignale in elektrische Impulse umwandelt und an die Hörnerven weiterleitet. Die geschädigten Haarsinneszellen in der Hörschnecke (Cochlea) werden überbrückt, wodurch die Hörfähigkeit wiederhergestellt werden kann.

Mit einem Cochlea-Implantat Musik hören

Genussvoll Musik zu hören ist einer der größten Wünsche, den sich Betroffene von einem Cochlea-Implantat erhoffen. Die gute Nachricht: Es ist nach entsprechendem Training möglich Musik in all ihren Facetten wieder zu erleben. Doch besonders in einer geräuschvollen Umgebung oder großen, hallenden Räumen ist es für CI-Träger eine große Herausforderung. In vielen Konzertsälen und auch in Theatern sowie in Kirchen und Tagungsräumen gibt es induktive Höranlagen. Diese ermöglichen es CI-Trägern, Sprache, Musik und die verschiedensten Geräusche über die im Audioprozessor eingebaute Telefonspule nahezu störungsfrei wahrzunehmen. Mittels Bluetooth kann in der Regel Musik zuhause direkt von der Stereo-Anlage oder der Ton vom Fernseher an den Audioprozessor übertragen werden.

Mit Cochlea-Implantat Sport treiben

Ob Laufen, Tanzen oder Fahrrad fahren – sich sportlich zu betätigen ist mit Hörimplantat kein Problem. Denn das innenliegende Hörimplantat ist durch die Kopfhaut vor Hitze, Kälte und Feuchtigkeit geschützt. Die externen Teile lassen sich in der kalten Jahreszeit durch eine Haube oder ein Stirnband schützen. Da sich bei Kälte die Batterielaufzeit verkürzen kann, ist es ratsam, stets Reservebatterien dabei zu haben. Und wenn Sie Skifahren, Inlineskaten oder Snowboarden, sollten Sie einen Helm tragen, der gut schützt, aber nicht zu sehr auf die Spule drückt. Der CI-Prozessor ist zwar spritzwassergeschützt, aber beim Schwimmen oder Tauchen muss er abgenommen oder mit einer speziellen Hülle geschützt werden. Das innenliegende Hörimplantat verträgt – je nach Modell – Tauchgänge von bis zu 40 Metern.

Mit Cochlea-Implantat Reisen

Auch einer Urlaubsreise steht mit Hörimplantat nichts im Weg. Allerdings ist eine gute Vorbereitung hier das A und O. Ersatzbatterien und andere wichtige Ersatzteile wie ein programmierter Ersatz-Audioprozessor sollten im Koffer ebenso wenig fehlen wie eine Liste der Kliniken in der Umgebung des Urlaubsortes für den Notfall. Darüber hinaus sollten Sie Ihren Patientenausweis nicht vergessen. Es ist ratsam, diesen auch am Flughafen bei der Sicherheitskontrolle zur Hand zu haben, denn hier könnte das Hörimplantat durchaus einen Alarm auslösen. Sicherheitshalber sollten Sie sich im Voraus bei der Fluggesellschaft informieren, ob gewisse Vorschriften für Hörimplantate oder Batterien vorliegen. Das kann je nach Fluggesellschaft unterschiedlich sein.

Ihre Packliste sollte die wichtigsten Utensilien rund um das Hörimplantat beinhalten, etwa:

  • Fernbedienung
  • Genügend Reservebatterien oder
  • Ladegerät für akkubetriebene Prozessoren
  • Reiseadapter für Netzstecker
  • Wasserdichte Schutzhüllen für den Audioprozessor
  • Aufbewahrungstäschchen für den Audioprozessor
  • Trocken-Kit
  • Reinigungsutensilien (z.B. kleine Bürste und Tuch für das Mikrofon)
  • Ersatzteile wie Reservekabel, Batteriefachabdeckungen oder Spule
  • Patientenkarte

Unterstützung durch die HörPaten

Auch die HörPaten geben Ihnen Tipps, die den Alltag mit Cochlea-Implantat erleichtern. HörPaten sind Freiwillige mit (hochgradigem) Hörverlust. Sie kennen den Alltag und auch die Hürden, mit denen Schwerhörige konfrontiert sind. Alle HörPaten sind mit unterschiedlichen Hörimplantat versorgt und können aus erster Hand über das Leben mit Schwerhörigkeit sowie den Alltag vor und nach der CI-Implantation berichten. Hier erfahren Sie mehr über die HörPaten.

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