Können Pflanzen hören?

Können Pflanzen hören?

Warum Pflanzen und Menschen Ansprache brauchen

Viele Menschen sprechen mit ihren Pflanzen – auch wenn diese keine Ohren haben. Dennoch sorgt genau diese Kommunikation dafür, dass es den Pflanzen besser geht – das ist bei Pflanzen nicht anders als bei uns Menschen.

Auf einen Blick

  • Pflanzen hören
  • Erstaunlich: Blumen und Gewächse lieben Musik
  • Tipps für eine bessere Kommunikation
  • Hörminderung erkennen und ausgleichen

Eines ist klar: Pflanzen hören nicht so wie wir Menschen, denn sie besitzen kein Sinnesorgan zur Wahrnehmung und auch kein Gehirn, um die Informationen weiterzuverarbeiten. Trotzdem wirken Schallwellen auf Pflanzen: „Denn die Druckwellen treffen auf die Zellmembranen, wo sie rein physikalisch Veränderungen hervorrufen, die dann biochemische Prozesse auslösen können“, erklärt Renate Scheibe, ehemalige Professorin für Pflanzenphysiologie an der Universität Osnabrück.

Mit Pflanzen zu sprechen, lohnt sich: „Wenn wir mit ihnen sprechen, wenden wir uns ihnen zu und beobachten schon geringste Veränderungen. So geben wir ihnen rechtzeitig Wasser, Dünger oder Licht. Dadurch wird es den Pflanzen, mit denen wir im Zwiegespräch sind, besser gehen als denen, die ohne Beobachtung in der Ecke stehen und quasi dahinvegetieren.“ Und, durch den Zuspruch erhalten Pflanzen eine Extradosis CO2. Aus Licht, Wasser und Kohlendioxid produzieren Pflanzen während der Photosynthese Zucker (Glucose) und Sauerstoff.

Pflanzen hören Musik

Auch wenn es Pflanzen relativ egal ist, welche Musik gespielt wird – eines ist immer gleich: die Musik wirkt wie ein mechanischer Reiz auf die Membranen, die die Pflanzenzellen umgeben. Das führt zu einem leichten Stress für die Pflanze, was ihr gut tut. Ob „Die kleine Nachtmusik“ oder „Highway to Hell“ – welche Musik die Pflanzen hören, ist dabei nicht relevant, sie sollte jedoch nicht zu laut sein, weil sie sonst die Membranen schädigt.

Große Parallelen

Pflanzen hören also nicht mit ihren Ohren, dennoch gibt es deutliche Parallelen zu uns Menschen. Denn auch wir brauchen eine permanente Ansprache und Kommunikation mit anderen Menschen. Findet diese nicht statt, „verkümmert“ unser Gehirn, weil der Mangel an akustischen Reizen zum Abbau der intellektuellen Leistungsfähigkeit führen kann.

Folgen einer Schwerhörigkeit

Nicht selten ist dies die Folge einer Schwerhörigkeit. Der Prozess des Hörverlusts verläuft in der Regel schleichend, daher werden die damit verbundenen Auswirkungen oftmals erst spät wahrgenommen. Menschen mit einer Schwerhörigkeit ziehen sich häufig immer mehr aus dem gesellschaftlichen Leben zurück, weil es ihnen schwerfällt, mit anderen Menschen zu kommunizieren. Denn aufgrund ihres schlechten Gehörs ist es für sie sehr anstrengend am täglichen Leben teilzunehmen. Nicht selten führt das zu Erschöpfung, Kopfschmerzen, Schwindel, Schlafstörungen und Stress. Mit Zunahme der Schwerhörigkeit steigt zudem das Risiko an einer Depression zu erkranken.

Damit einher gehen oftmals auch soziale Folgen wie Isolation und Konzentrationsmangel, was zu Problemen am Arbeitsplatz und Kommunikationsproblemen mit Verwandten, Freunden und Bekannten führen kann. Denn Gespräche sind mit Zunahme der Schwerhörigkeit immer weniger möglich. Gleichzeitig kann eine unbehandelte Schwerhörigkeit auch psychische Folgen haben. Viele Betroffene leiden unter einem geringen Selbstwertgefühl, woraus Unsicherheit, Scham und Angst resultiert. Und weil Gespräche immer schwieriger werden, reagieren Menschen mit einer unbehandelten Schwerhörigkeit oftmals selbst sehr gereizt ihren Mitmenschen gegenüber.

Tipps für eine bessere Kommunikation

  • Führen Sie Gespräche in einer ruhigen Umgebung.
  • Testen Sie Ihr Gehör beim HNO-Arzt oder Hörakustiker.
  • Schalten Sie Hintergrundgeräusche wie das Radio oder den Fernseher aus, wenn Sie sich unterhalten.
  • Schauen Sie Ihren Gesprächspartner an, denn Mimik und Gestik helfen Ihnen dabei, das Gesagte besser zu verstehen.
  • Wiederholen Sie das Gesagte Ihres Gegenübers, falls Ihnen etwas unklar ist, fragen Sie nach.

Schlecht hören muss nicht sein

Doch soweit muss es nicht kommen, denn eine Schwerhörigkeit lässt sich in den meisten Fällen ausgleichen – je früher sie erkannt wird, desto besser. Der erste wichtige Schritt zur Behandlung einer Schwerhörigkeit ist der Gang zu einem Hörakustiker oder HNO-Arzt. Denn sie können mit Hilfe eines Hörtest feststellen, ob und wie sehr Ihr Gehör tatsächlich beeinträchtigt ist. In der Regel lässt sich die Schwerhörigkeit dann mit Hörgeräten versorgen. Und falls Sie trotz leistungsstarker Hörsysteme wenig verstehen, kann ein Hörimplantat eine Alternative für Sie sein.

Schwerhörigkeit tritt in der Regel nicht von heute auf morgen auf, sondern ist ein schleichender Prozess. Woran Sie erkennen, dass Sie schwerhörig sind, lesen Sie hier.

 

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