Operation des Knochenleitungsimplantats

Die Operation – ein risikoarmer Routineeingriff

Das Knochenleitungsimplantat wird direkt im Schädelknochen eingebettet. Dazu ist eine kleine Operation notwendig.

Auf einen Blick

  • Operation des Knochenleitungsimplantats
  • Operationsrisiken
  • Gut hören, Implantate für jedes Alter

Hörimplantationen gelten allgemein als sehr sicher. Die Operation des Knochenleitungsimplantats ist ziemlich einfach und unkompliziert. Es ist ein Routineeingriff, der zwischen 30 und 60 Minuten dauert. Normalerweise ist dazu eine Vollnarkose erforderlich. Der Eingriff kann aber auch unter örtlicher Betäubung stattfinden.

Bei der Operation des aktiven Knochenleitungsimplantats wird ein Titanimplantat unter der Haut des Patienten in den Knochen hinter dem Ohr eingesetzt. Anschließend folgt eine Einheilphase von zwei bis vier Wochen. Danach wird das Knochenleitungsimplantat aktiviert. Der Audioprozessor wird von außen über den Magneten angeschlossen und bei einem Implantationszentrum oder einem Hörakustiker passend eingestellt.

Seltene Operationsrisiken

 

  • Folgende Ereignisse können den Hörerfolg mit einem Knochenleitungsimplantat gefährden, sie kommen jedoch sehr selten vor: Entzündung bei Materialunverträglichkeit mit Notwendigkeit der Entfernung des Hörimplantats; Bluterguss im Operationsgebiet, der eine neue Operation erfordert; ein Gerätedefekt oder ein unbefriedigender Hörerfolg.

 

  • Außerdem führt ein Knochenleitungsimplantat oft zu einem Schattenwurf bei späteren MRT-Aufnahmen und damit zu einer mangelhaften Auswertbarkeit dieser Untersuchungsergebnisse. Über alle Details rund um die Operation eines Knochenleitungsimplantats informiert der HNO-Arzt und die Ärzte im Hörzentrum einer Klinik. Dort werden auch der kleine Eingriff und die Nachuntersuchungen durchgeführt. Die Audiologen entscheiden, welches Hörimplantat für Sie das richtige ist und klären Sie über die Vorteile und Risiken auf.

Was ist ein knochenverankertes Implantat?

Das Bone Anchored Hearing Aid oder knochenverankerte Hörsystem besteht aus einer Titanschraube, die in den Schädelknochen hinter dem Ohr in einem kleinen operativen Eingriff eingebracht wird. Sie stimuliert den Schädelknochen. Auf der Schraube, die durch die Haut ragt, wird ein Titananker fixiert, auf den dann ein Audioprozessor aufgesteckt werden kann.

Aus diesem Grund wird sie auch Schnappkupplung genannt. Bei diesem Teilimplantat vibriert der Audioprozessor, wodurch die Schraube und somit auch der Knochen in Schwingung versetzt wird. Auf diese Weise werden die von außen empfangenen Schallwellen zum Innenohr gesendet.

Knochenverankertes Teilimplantat: Operation

Bei diesem Teilimplantat wird der Schädelknochen über eine perkutane, durch die Haut wirkende, Titanschraube stimuliert, dabei bleibt eine Wunde in der Kopfhaut. Die Operation dauert ebenfalls nur 30 bis 60 Minuten. Sie wird unter Vollnarkose oder örtlicher Betäubung als ambulanter Eingriff ausgeführt. Kleinkinder werden zunächst mit einem weichen Stirnband, an dem der vibrierende Audioprozessor befestigt ist, versorgt. So kann man eine Operation in sehr jungen Jahren vermeiden. Außerdem gibt es für Kleinkinder auch Knochenleitungshörsysteme mit speziellen Klebepflastern. Ab ungefähr drei bis fünf Jahren ist bei Kindern eine Operation für ein knochenverankertes Implantat möglich.

Die Einheilung der Titanschraube in den Knochen dauert zwischen zwei und sechs Wochen. Danach wird das Hörgerät, der Audioprozessor individuell beim Hörakustiker angepasst. Das Hörgerät wird mit einem Schnappverschluss an der Verankerung befestigt und kann jederzeit leicht angesetzt und wieder abgenommen werden, beispielsweise beim Duschen oder Schlafen.

Mittlerweile gibt es auch Lösungen, die bei ausreichender Innenohrleistung keine Ankopplung an einer Hülse durch die Haut mehr benötigen. Bei dieser Technik wird ein Magnet unter die Haut implantiert, über den dann durch die intakte Haut die Schwingungen des Audioprozessors auf den Knochen übertragen werden: Damit verringert sich das Risiko für Hautreizungen an der Ankopplungsstelle.

Seltene Risiken der Operation des knochenverankerten Teilimplantats

In seltenen Fällen lockert sich die Titanschraube. Dann muss das Teilimplantat operativ entfernt werden. Bei einigen wenigen Patienten kommt es zu wiederkehrenden Entzündungen der Haut oder des Knochens. Manchmal stellt sich trotz vorher durchgeführten Knochenleitungshörtest nach dem Eingriff nicht der gewünschte Hörerfolg ein. Da knochenverankerte Hörimplantate bereits über 30 Jahre erprobt sind, kommen solche Komplikationen selten vor. Die überwiegende Anzahl der Patienten kann mit einem knochenverankertem Teilimplantat einen guten Hörerfolg erzielen. Viele Betroffene sind sehr positiv überrascht, wie gut sie wieder hören oder an Unterhaltungen teilnehmen können.

Gutes Hören, keine Frage des Alters

Ab ungefähr drei bis fünf Jahren ist bei Kindern die Implantation eines knochenverankerten Teilimplants möglich. Auch das Einsetzen eines aktiven Knochenleitungsimplantats ist für Kinder ab fünf Jahren zugelassen. Seither war die Operation des Knochenleitungsimplantats bei Kindern auf der ganzen Welt erfolgreich. Dass auch Kinder mit dieser Technologie versorgt werden können, ist ein wichtiger Schritt. Durch die hohe Erfolgsquote des Knochenleitungsimplantats kann man ihnen so einen Lern- und Entwicklungsprozess ermöglichen, wie er bei normalhörenden Kindern gegeben ist. Die hohe Patientenzufriedenheit, der Tragekomfort und die Zuverlässigkeit dieses Hörimplantats bestätigen sich auch bei den jungen Patienten. Das Implantat sitzt völlig unsichtbar unter der intakten Haut. Aufgrund der geringen Größe des Audioprozessors ist dieser auch bei Kindern wenig sichtbar. Der Ohrkanal bleibt komplett frei.

Medizinisch gesehen, gibt es keine Altersgrenze für das Einsetzen eines Hörimplantats. Im Gegenteil. Die Erfahrungen zeigen, dass ältere Patienten von der Operation des Knochenleitungsimplantats deutlich profitieren. Wer nicht mehr gut hört, spürt das schmerzlich im Alltag. Außerdem steigen die gesundheitlichen Risiken deutlich. Es besteht ein erwiesener Zusammenhang zwischen Schwerhörigkeit und Depressionen, Demenz und der Anfälligkeit für Stürze. Auch wer bereits über 80 oder 90 Jahre alt ist, kann von Knochenleitungsimplantaten sehr profitieren. Eine bessere Gesundheit, Sprachverständnis, mehr soziale Kontakte, stärkeres Selbstbewusstsein und eine generell höhere Lebensqualität sind auch in hohem Alter durch gutes Hören möglich.

Medizinisch gesehen, gibt es keine Altersgrenze für das Einsetzen eines Hörimplantats. Im Gegenteil. Die Erfahrungen zeigen, dass ältere Patienten von der Operation des Knochenleitungsimplantats deutlich profitieren. Wer nicht mehr gut hört, spürt das schmerzlich im Alltag. Außerdem steigen die gesundheitlichen Risiken deutlich. Es besteht ein erwiesener Zusammenhang zwischen Schwerhörigkeit und Depressionen, Demenz und der Anfälligkeit für Stürze. Auch wer bereits über 80 oder 90 Jahre alt ist, kann von Knochenleitungsimplantaten sehr profitieren. Eine bessere Gesundheit, Sprachverständnis, mehr soziale Kontakte, stärkeres Selbstbewusstsein und eine generell höhere Lebensqualität sind auch in hohem Alter durch gutes Hören möglich.

Lesen Sie, warum Schwerhörigkeit der größte beeinflussbare Risikofaktor für Altersdemenz ist.

 

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