Die Schulzeit mit Hörgerät

Die Schulzeit mit Hörgerät

Cindy Klink: Mein Leben mit Hörgerät – Teil 3

In der Fortsetzung der Beitragsreihe „Mein Leben mit Hörgerät“ erzählt uns die 22-jährige Cindy, wie sie ihre Schulzeit aufgefasst hat. Sie beschreibt uns, ihre persönliche Sichtweise auf ihren ersten Schultag und wie es für ihre Eltern war.

In unseren bisherigen Artikeln zur Beitragsreihe Cindy Klink: Mein Leben mit Hörgeräthaben wir euch die 22-jährige Cindy vorgestellt und ihre ersten Schritte zum Hörgerät beschrieben. Cindy ist schwerhörig: Auf ihrem linken Ohr trägt sie ein Hörgerät, auf ihrem rechten Ohr ist sie taub. Anfangs fiel es ihr nicht leicht mit ihrer Schwerhörigkeit umzugehen. Mittlerweile hat sie jedoch akzeptiert, dass es ein Teil von ihr ist und versucht Menschen zu mehr Selbstbewusstsein zu ermutigen. Heute berichtet uns Cindy über ihre Schulzeit.

Wie war der erste Tag für dich?

 

„2002 war das Jahr, in dem ich eingeschult wurde. Mit einem Alter von drei Jahren war klar, dass ich nicht gut hören kann. Aus diesem Grund war es für meine Eltern wichtig, dass ich eine Schule besuche, die den Förderschwerpunkt „Hören und Kommunikation“ hat. Die nächstliegende in meiner Umgebung war die „Wilhelm-Hubert-Cüppers Schule“ in Trier. In einer klassischen Klasse mit dreißig Schülern hätte ich einfach den Anschluss verloren und nach kurzer Zeit Kopfschmerzen bekommen. Mein erster Schultag gestaltete sich als weniger schwierig, denn ich war von Gleichgesinnten umgeben, die alle dasselbe Problem wie ich haben. Die einen hören besser, die anderen schlechter.“

Dies spielte für Cindy jedoch keine Rolle, denn sie fühlte sich in ihrer neuen Klasse wohl: „Dass alle anderen wissen wie man mit dir umgehen sollte, verleiht einem das Gefühl von Sicherheit.“

Wie haben sich deine Eltern dabei gefühlt?

 

„Natürlich gibt es, wie an jeder anderen Schule auch, ungemütliche Situationen. Meine Eltern waren einfach heilfroh, dass ich auf eine Schule gegangen bin, bei der sie das Gefühl hatten, auch verstanden zu werden. Glücklicherweise mussten sie sich nicht selbst um einen Dolmetscher für Elternabende oder ähnliches kümmern, denn das war dort eine Selbstverständlichkeit.“

Wenn es ein Problem mit dem Hörgerät von Cindy gab, wurde dies meist schnell gelöst: „Einmal die Woche kam ein Akustiker zu uns an die Schule. Er ging durch die Klassen und kontrollierte die Hörgeräte. Falls etwas nicht stimmte, hat er sich sofort darum gekümmert.“

Wie haben dich andere Schüler aufgenommen?

 

Über das Verhältnis zu ihren Schülern kann Cindy nur positives berichten: „Die Schüler hatten fast alle dasselbe Problem, daher musste auch keinerlei Aufklärungsarbeit geleistet werden. Das fand ich persönlich sehr angenehm, denn manchmal kann es schon lästig sein, jemanden ständig informieren zu müssen, dass man schlecht hört. Dazu kommt, dass man die Personen oft mehrfach darauf hinweisen muss, dass diese einen doch bitte anschauen sollte, wenn man miteinander spricht.“

Haben die Lehrer Rücksicht genommen?

 

„Die Lehrer an meiner Schule sind speziell ausgebildet. Natürlich beherrschten dort nicht alle die Gebärdensprache, aber immerhin ein paar. In meiner Schule wurde lautsprachlich unterrichtet, allerdings waren wir auch nur bis zu maximal 12 Schülern in einer Klasse. Dementsprechend wurden auch die Räume eingerichtet, damit es nicht hallt.“

An Cindys Schule wurden auch FM-Anlagen von den Lehrern genutzt. Hiervon war sie jedoch leider nicht begeistert: „Das war manchmal lästig, weil einzelne Lehrer sehr laut gesprochen haben und die Höranlage dies zusätzlich nicht angenehmer machte.“

Gab es Probleme?

 

„Probleme gab es für mich nicht. Natürlich kam es mal zu gewissen Auseinandersetzungen mit Lehrern, weil man sich nicht richtig erklären konnte, warum man zum Beispiel diese Note hat und nicht die andere. Ich bin jedoch der Meinung, dass es auf jeder anderen Schule auch so ist. Es gibt nun mal immer Lehrer, mit denen man nicht klarkommt und das ist normal.“

Cindy ist für die damalige Schulwahl ihrer Eltern immer noch dankbar und hätte es auch nicht anders gewollt: „Natürlich war meine Schule eine Förderschule, allerdings werden hier dieselben Themen in demselben Tempo durchgenommen, wie an einer Realschule auch. Nur hat man hier die Möglichkeit öfters bei Unverständlichkeiten nachfragen zu können, denn die Klassen sind kleiner. An einer Regelschule ist dies, nach meinen Erfahrungen, leider oftmals nicht möglich.“

Mehr von Cindy und ihren Erfahrungen mit Schwerhörigkeit gibt es in unserem nächsten Artikel aus der Reihe Mein Leben mit Hörgerät. Wenn Sie keinen Artikel verpassen wollen, abonnieren Sie hier unseren Newsletter.

 

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