Kinder

Cochlea-Implantat bei Kindern

Leidet ein Kind unter einer hochgradigen oder an Taubheit grenzenden Schwerhörigkeit und eine Behandlung mit Hörgeräten reicht nicht aus, dann bietet sich ein Cochlea-Implantat an.

Auf einen Blick

  • Wann ist ein Cochlea-Implantat bei Kindern sinnvoll?
  • Welche Voruntersuchungen sind bei einer CI-Implantation notwendig?
  • Ablauf einer CI-Implantation
  • Welche Hör-und Sprachtherapie erfolgt nach der CI-Implantation?

Cochlea-Implantate (CI) ermöglichen es hochgradig hörgeminderten Kindern wieder Töne und Geräusche zu hören und bilden damit die Basis für eine gesunde Hör-und Sprachentwicklung. Wie gut hören Kinder mit Cochlea-Implantat?

Das Cochlea-Implantat ist ein medizintechnisches System, das die Funktionalität des Hörsinns wiederherstellt. Dabei überbrückt das CI den geschädigten, nicht mehr funktionierenden Teil des Innenohrs und ermöglicht es so, wieder zu hören. Kinder mit einer Schallempfindungsschwerhörigkeit, deren Haarsinneszellen in der Cochlea, der Hörschnecke im Innenohr, fehlen oder beschädigt sind, ermöglicht ein Cochlea-Implantat so einen Zugang zum guten Hören. Das spielt auch für die Sprachentwicklung eine entscheidende Rolle. Ein Cochlea-Implantat bei Kindern unterstützt sie dabei, Sprache zu erlernen und sich zu entwickeln.

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Wann ist ein Cochlea-Implantat bei Kindern sinnvoll?

Ein Cochlea-Implantat bei Kindern kann helfen, wenn

  • sie unter einem hochgradigen bis an Taubheit grenzenden sensorineuralen (vom Innenohr verursachten) Hörverlust leiden,
  • Hörgeräte die Hörschädigung nicht mehr kompensieren können,
  • bei der Sprachentwicklung keine Fortschritte erzielt werden.

Welche Voruntersuchungen sind vor CI-Implantation notwendig?

Bereits bei einem Neugeborenen-Hörscreening wird festgestellt, wenn Säuglinge hochgradig hörgemindert sind. Im Rahmen der pädaudiologischen Betreuung erhalten Eltern eine umfassende Aufklärung über die Möglichkeiten eines Cochlea-Implantats bei Kindern. Eine Cochlea-Implantation sollte frühzeitig erfolgen, ist allerdings erst nach Erreichen des zweiten Lebenshalbjahres möglich. Ist die Entscheidung für ein Cochlea-Implantat bei Kindern gefallen, sind einige umfassende Voruntersuchungen notwendig. Dazu ist in der Regel ein dreitägiger stationärer Aufenthalt in der Klinik erforderlich.

  • Im Rahmen eines Informationsgespräches erhalten Eltern Informationen über die unterschiedlichen CI-Systeme, die Operation, den Ablauf der Reha sowie ihre Aufgabe während des Reha-Prozesses. Darüber hinaus wird die Erwartungshaltung der Eltern geklärt sowie die Vor- und Nachteile eines Cochlea-Implantats dargelegt.
  • Anschließend erfolgen die medizinischen Untersuchungen, angefangen mit den phoniatrisch-pädaudiologischen Untersuchungen, über eine subjektiv-objektive Überprüfung des Hörvermögens sowie des Hörsystems und der Ursachenabklärung bis hin zur radiologischen Diagnostik des Kopfes sowie der Innen-, Mittelohr- und Felsenbeinstruktur mittels MRT/CT.Darüber hinaus finden augenärztliche und neuropädiatrische Untersuchungen und – wenn notwendig – zusätzliche konsiliarische Untersuchungen statt. Bei Bedarf führen die Ärzte diese Voruntersuchungen unter Narkose durch. Zudem wird die OP-Fähigkeit abgeklärt und der Impfstatus überprüft und ggf. vervollständigt. Anschließend tragen die Ärzte alle präoperativen Befunde zusammen und besprechen den operativen Eingriff detailliert mit den Eltern.
  • Darüber hinaus wird mit einer logopädischen Beurteilung der vorsprachliche Entwicklungsstand hinsichtlich der Kommunikations-, Sprach- und Hörentwicklung ermittelt. Auch die Mund-Ess-Entwicklung wird beurteilt und die Eltern erhalten eine Beratung hinsichtlich der Bedeutung der Eltern-Kind-Interaktion für die Sprachentwicklung.
  • Abschließend beurteilen die Ärzte im Rahmen der Entwicklungsdiagnostik den nichtsprachlichen Entwicklungsstand. Außerdem findet eine heilpädagogische Beratung bei möglichen Zusatzbeeinträchtigungen des Kindes statt.

Ablauf einer CI-Implantation

Auch für die CI-Implantation  ist ein stationärer Aufenthalt von zwei bis drei Tagen notwendig. Direkt nachdem das Cochlea-Implantat bei Kindern eingesetzt wurde, führt ein Audiologe Kontrollen der Funktionsfähigkeit durch und sammelt Informationen für die spätere Anpassung des CI-Prozessors. Außerdem wird der Schädel nach der CI-Implantation radiologisch untersucht, um die Lage des Elektrodenträgers zu überprüfen. Etwa vier Wochen nach der CI-Implantation findet die Erstanpassung statt, während der das Kind seinen CI-Prozessor erhält, ein individuelles Stimulationsprogramm angepasst wird und erste Höreindrücke möglich sind. Darüber hinaus bekommen Eltern eine Anleitung, wie sie den CI-Prozessor täglich überprüfen können, um die technischen Voraussetzungen zum Hören des Kindes selbst sicherzustellen.

Welche Hör-Sprachtherapie erfolgt nach der CI-Implantation?

Über eines sollten sich Eltern jedoch auch bewusst sein: ein Cochlea-Implantat bei Kindern sorgt nicht für eine wundersame Heilung der Hörminderung. Das CI hilft einem Baby nicht, sprechen zu lernen, es bietet dem Säugling vielmehr die Möglichkeit, Töne und Geräusche zu hören. Die eigentliche Arbeit startet nach der Implantation mit dem Training von Hör- und Sprachfertigkeiten. Je intensiver mit den Kindern an der Hör-Sprachentwicklung gearbeitet wird, umso schneller und besser lernt das Kind sprechen.

Dabei steht eine förderliche Eltern-Kind-Interaktion im Vordergrund. Durch regelmäßige, anfangs halbjährliche, dann jährliche logopädische Untersuchungen mit standardisierten Testverfahren lässt sich der Entwicklungsstand in den Bereichen Hören, Kommunikation, Sprachproduktion, Sprachverstehen und Mund-Ess-Entwicklung untersuchen. Ab dem zweiten Lebensjahr erfolgt normalerweise eine wohnortnahe logopädische Betreuung. Die jährlichen Untersuchungen und Beratungen sind ein wichtiger Teil der Nachsorge bis ins Schulalter und darüber hinaus.

Sprachentwicklung hat Einfluss auf viele andere Entwicklungsprozesse

Die Entwicklung der Sprache ist ein mehrdimensionaler Prozess, der eng mit anderen Entwicklungsprozessen zusammenhängt. Deshalb ist es wichtig, neben der logopädischen Untersuchung und den regelmäßigen Hörüberprüfungen auch die allgemeine sowie kognitive Entwicklung des Kindes in nicht-sprachlichen Bereichen zu beurteilen. Denn nur so lassen sich Fortschritte, aber auch mögliche Verzögerungen der Hör-Sprachentwicklung mit dem Cochlea-Implantat bei Kindern feststellen. Auf dieser Grundlage wird ein individueller Förderplan für das Kind erstellt.

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